Psychische Belastungen und Probleme bei Kindern und Jugendlichen machen sich nach Einschätzung von Fachleuten immer mehr im Schulalltag bemerkbar – mit Folgen für Unterricht, Schulklima und Lehrkräfte. «Nicht nur die Zunahme, auch fehlende abgestimmte Abläufe im Umgang mit psychisch auffälligen Schülerinnen und Schülern belasteten zusätzlich», sagte Veit Roessner, Chef der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Dresden, der Deutschen Presse-Agentur.
Wenn nicht frühzeitig geklärt werde, wer wann welche Schritte übernehme, würden Hilfen teils nebeneinander herlaufen, nicht mehr greifen oder zu spät kommen, betonte der Professor. Das zeige sich etwa beim Thema Schulabsentismus. Wenn ein Kind nicht mehr zur Schule gehe, werde oft ohne kinder- und jugendpsychiatrische Beteiligung darüber beraten, ob ein Bußgeld gegen die Eltern verhängt werde oder welche pädagogische Maßnahme infrage käme.
In Sachsen soll nun ein Projekt Abhilfe schaffen. «Psychische Belastungen von Kindern und Jugendlichen stellen Schulen zunehmend vor komplexe Aufgaben. Entscheidend ist, dass Schulleitungen wissen, welche Schritte wann notwendig sind», sagte Kultusminister Conrad Clemens (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. «Mit diesem Projekt unterstützen wir Schulleitungen und Lehrkräfte dabei, herausfordernde Situationen sicher zu meistern.» Durch die Verknüpfung von schulischer Praxis und medizinischem Fachwissen werde deren Handlungskompetenz gestärkt.