Logo Die Sachsen News
Nachrichten / STIPvisiten

Weinlese 2026: Beste Voraussetzungen für gute Qualität

Weinberg
Außendienstleiter Till Neumeister und Jungwinzerin Salvina Danó (Bild: Ulrich van Stipriaan)
Von: Ulrich van Stipriaan
Radebeul: Schloss Wackerbarth startet im steilen Weinberg Paradies mit der Lese des Jahrgangs 2026 und meldet gesunde Trauben sowie gute Aussichten

Andere Weinbaugebiete haben Lagen, die heißen Hölle. Die Sachsen haben sowas nicht – dafür aber eine Lage, die Paradies heißt. Und das trotz des teilweise höllisch steilen Terroirs: bis zu 60 % – da muss man schon Bergziegen-Qualitäten mitbringen als Winzer (m/w/d). Aber das Paradies kann auch flach sein, oben im Auslauf. Entsprechend unterschiedlich ist das Rebsortenangebot auf diesem rund 5,6 ha großen Weinberg, den zum größten Teil Schloss Wackerbarth bewirtschaftet (der andere, kleinere, gehört zur von mir 2015 besuchten Winzerei Paradiesberg). In der Steillage stehen bei den Wackerbarths Riesling und Traminer, auf der ein Hektar großen Ebene Goldriesling. Und mit dem begann heute die Lese des Jahrgangs 2026.

Der Lesebeginn liegt nur unwesentlich früher als im Durchschnitt der vergangenen Jahre, wusste der Weinbauleiter von Schloss Wackerbarth, Till Neumeister, zu berichten: „Im Vergleich zum Vorjahr sind wir eine Woche früher dran. Im sehr heißen und trockenen Jahr 2018 lag der Lesestart beispielsweise noch mal 14 Tage eher, am 6. August.“ Heiß war’s dennoch, und zwar einmal bemerkenswert früh, nämlich Mitte bis Ende Juni (mit Spitzentemperaturen von 41,7 Grad in Diesbar-Seußlitz auf dem Thonberg), und in dieser Zeit auch trocken dazu. Die Rebstöcke hätten das aber gut weggesteckt. Ein wenig Erfahrung kommt dann noch hinzu, wie der immer sehr fröhlich und bescheiden auftretende Till Neumeister dann ergänzt: „Mit geeigneten Maßnahmen haben wir unsere Reben dabei unterstützt, die aktuellen Witterungsverhältnisse zu meistern. Dazu gehören neben einer gezielten Bewässerung unserer Junganlagen auch eine individuell angepasste Bodenbearbeitung sowie eine aufwendige Pflege der Laubwand.“ In Summe lautet daher das Resümee zum Lesebeginn: „Unsere Trauben präsentieren sich aktuell in einem sehr guten Zustand und sind gesund.“

Mehr aus dieser Kategorie

Beste Voraussetzungen also für gute Qualität – wenn nichts mehr passiert. Denn eins wissen die Winzer (wie auch die Kollegen in den anderen landwirtschaftlichen Berufen): Abgerechnet wird erst, wenn alles im Keller (oder der Scheune, wo auch immer) ist. „Auf Wackerbarth bauen wir 20 Rebsorten an, die Lese zieht sich über einen Zeitraum von ungefähr zwei Monaten. Was in zwei Monaten ist, kann man heute nicht sagen. Aber die Grundbedingungen für einen wirklich sehr guten Jahrgang sind da“, sagte Neumeister, der mit seinem Team von rund 30 Leuten (der „Handlesemannschaft“) optimistisch in diesen Jahrgang startet.

Das Team für die Handlese sei sehr erfahren – und das sei auch wichtig, betonte Neumeister. Erfahrung sei hier sehr wichtig, um gute Qualität vom Weinberg in den Keller zu bringen. „Am allerbesten ist es tatsächlich, wenn der Mitarbeiter, der die Trauben liest, die Vegetationsperiode komplett mitverfolgt und die Entwicklung mitbekommen hat.“ Und, klappt das? Und wie: „Unserer Handlesemannschaft ist eigentlich unsere Vegetationsperiodenmannschaft!“ Nur an ganz wenigen Lesetagen seien betriebsintern Mitarbeitende aus den Büros eingeladen, mit rauszukommen. „Aber die freuen sich natürlich auch riesig, wenn sie das mal können!“

Schloss Wackerbarth
Wackerbarthstraße 1
01445 Radebeul

Tel. +49 351 89550
schloss-wackerbarth.de

Ulrich van Stipriaan
Artikel von

Ulrich van Stipriaan

Ulrich van Stipriaan ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.

Social Media