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Krimi über Kontinente: Gestohlene Klinikgeräte aus Görlitz tauchen nach Jahren wieder auf

Krimi über Kontinente: Gestohlene Klinikgeräte aus Görlitz tauchen nach Jahren wieder auf
Das St. Carolus-Krankenhaus in Görlitz hat zehn Jahre nach einem nächtlichen Einbruch einen Teil der gestohlenen Technik zurückbekommen. (Symbolbild) / Foto: Daniel Vogl/dpa
Von: DieSachsen News
Nach Jahren tauchen zwei gestohlene Endoskope wieder auf – sichergestellt durch das FBI, nach einer Jagd über drei Kontinente. Was die Klinik jetzt mit den Geräten vorhat.

Fast zehn Jahre nach einem spektakulären Diebstahl im St. Carolus-Krankenhaus in Görlitz sind zwei der damals entwendeten medizinischen Geräte wieder aufgetaucht. Die teuren Endoskope wurden im November an die Klinik zurückgegeben, wie die Polizeidirektion Görlitz am Mittwoch mitteilte.

Die Geräte hatten damals einen Wert von mehreren zehntausend Euro. Sie waren Teil eines umfangreichen Diebstahls von Medizintechnik im Gesamtwert von rund 400.000 Euro. Im Juli 2016 war eine Tätergruppe nachts in das Krankenhaus eingebrochen und hatte mehrere Endoskope gestohlen.

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Den Ermittlern zufolge gehörten die Täter zu einer international agierenden Bande aus Kolumbien. Die Gruppe soll gezielt Kliniken in ganz Europa bestohlen haben. Die gestohlenen Geräte wurden anschließend nach Südamerika verschifft und über den Schwarzmarkt weiterverkauft – unter anderem an Krankenhäuser in Kolumbien, den USA und anderen Ländern.

Der Fall entwickelte sich zu einer internationalen Ermittlungsaktion. Beteiligt waren die Kriminalpolizei Görlitz, Europol, die kolumbianische Polizei sowie US-Behörden. Auch das FBI war in die Ermittlungen eingebunden.

Internationale Ermittlungen: Europol, FBI und Durchsuchungen

Auslöser war ein Fund im Jahr 2017: Damals tauchte ein gestohlenes Endoskop aus einer Klinik in Wilhelmshaven in den USA auf. Daraufhin folgten mehrere Durchsuchungen in den USA, Kolumbien und Panama.

Insgesamt stellten Ermittler dabei 84 gestohlene medizinische Geräte sicher, darunter 41 aus Deutschland. Zwei der sichergestellten Endoskope konnten dem Einbruch im Görlitzer Krankenhaus zugeordnet werden.

Gestohlene Medizintechnik: Rückgabe und aktueller Stand

Die hinter der Einbruchsserie stehenden Bandenstrukturen gelten inzwischen als zerschlagen. Bereits 2017 waren acht Mitglieder der Gruppe in Peru festgenommen worden. Nach Schätzungen der Ermittler verursachten die Diebstähle weltweit Schäden in dreistelliger Millionenhöhe. Seit 2019 sind keine vergleichbaren Fälle mehr bekannt geworden.

Das St. Carolus-Krankenhaus prüft nun, ob die zurückgegebenen Geräte technisch noch verwendet werden können.

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