Diät gemacht, Gewicht verloren und dann schleichen sich die Kilos doch wieder an. Viele Menschen kennen diesen Kreislauf. Doch eine neue Studie zeigt: Selbst wenn die Waage am Ende wieder den alten Wert anzeigt, kann eine Ernährungsumstellung langfristig positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Entscheidend ist nicht allein das Körpergewicht, sondern das Bauchfett.
Gemeint ist das sogenannte viszerale Fett. Es liegt nicht unter der Haut, sondern umhüllt die inneren Organe wie Leber und Darm. Dieses Fett gilt als besonders ungünstig, weil es Entzündungen fördern und den Stoffwechsel beeinträchtigen kann. Ein Forschungsteam der Ben-Gurion-Universität Negev in Israel und des Exzellenzclusters Leipzig Center of Metabolism (LeiCeM) der Universität Leipzig hat nun in einer Langzeitstudie mit 366 Teilnehmerinnen und Teilnehmern untersucht, wie sich dieses Fett langfristig verändert.
28 Prozent weniger Diabetesrisiko
Jede zehnprozentige Abnahme des Bauchfetts während der Ernährungsphase war mit einem 28 Prozent niedrigeren Risiko verbunden, später an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Typ-2-Diabetes ist eine Erkrankung, bei der der Körper den Zucker im Blut nicht mehr richtig verarbeiten kann, mit möglichen Folgen für Herz, Nieren und Augen.
"In dieser Studie zeigte sich, dass nur die Verringerung der viszeralen Fettablagerung ein geringeres zukünftiges Risiko für Typ-2-Diabetes vorhersagte", sagt Prof. Dr. Matthias Blüher, der die Untersuchung an der Universität Leipzig mitverantwortete. Die Forschenden schließen daraus, dass für die langfristige Stoffwechselgesundheit nicht allein die Zahl auf der Waage entscheidend ist. Wichtiger könnte sein, wie stark sich das gesundheitlich besonders problematische Fett im Bauchraum reduzieren lässt.