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Nach Diät: Verlorenes Bauchfett schützt noch Jahre später

Nicht nur das Gewicht zählt: Forschende der Universität Leipzig zeigen, dass das Bauchfett das Diabetes-Risiko entscheidet.
Maßband statt Waage: Wo das Fett sitzt, ist laut einer neuen Studie entscheidender als das Gesamtgewicht. © pixabay/Michal Jarmoluk
Von: Wissensland
Eine Diät, die Jahre zurückliegt – und trotzdem schützt sie noch heute. Forschende der Universität Leipzig haben gemeinsam mit Kollegen aus Israel herausgefunden, dass der Abbau von viszeralem Bauchfett das Risiko für Typ-2-Diabetes langfristig senkt. Selbst wenn das Gewicht nach der Diät wieder steigt.

Diät gemacht, Gewicht verloren und dann schleichen sich die Kilos doch wieder an. Viele Menschen kennen diesen Kreislauf. Doch eine neue Studie zeigt: Selbst wenn die Waage am Ende wieder den alten Wert anzeigt, kann eine Ernährungsumstellung langfristig positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Entscheidend ist nicht allein das Körpergewicht, sondern das Bauchfett.

Gemeint ist das sogenannte viszerale Fett. Es liegt nicht unter der Haut, sondern umhüllt die inneren Organe wie Leber und Darm. Dieses Fett gilt als besonders ungünstig, weil es Entzündungen fördern und den Stoffwechsel beeinträchtigen kann. Ein Forschungsteam der Ben-Gurion-Universität Negev in Israel und des Exzellenzclusters Leipzig Center of Metabolism (LeiCeM) der Universität Leipzig hat nun in einer Langzeitstudie mit 366 Teilnehmerinnen und Teilnehmern untersucht, wie sich dieses Fett langfristig verändert.

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Zehn Jahre später: Der Körper erinnert sich

Die Studie lud Menschen, die zuvor an Ernährungsstudien teilgenommen hatten, fünf und zehn Jahre später erneut zu Untersuchungen ein. Damals hatten die Teilnehmenden eine fettarme gesunde Ernährung oder verschiedene Formen der Mittelmeerdiät verfolgt und diese mit körperlicher Aktivität kombiniert.

Mit Hilfe von MRT-Scans konnte das Team die Fettdepots genau vermessen. Auch ein Jahrzehnt nach der ursprünglichen Ernährungsumstellung blieb das viszerale Fett demnach unter dem Ausgangswert – obwohl das Körpergewicht im Durchschnitt wieder auf das ursprüngliche Niveau angestiegen war.

"Unsere Ergebnisse stellen die traditionelle Auffassung in Frage, dass eine erneute Gewichtszunahme einem klinischen Misserfolg gleichkommt, da der menschliche Körper ein kardiometabolisches Gedächtnis für den Verlust von viszeralem Fett bewahrt", sagt Prof. Dr. Iris Shai, Studienleiterin von der Ben-Gurion-Universität Negev und Gastprofessorin an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig.

28 Prozent weniger Diabetesrisiko

Jede zehnprozentige Abnahme des Bauchfetts während der Ernährungsphase war mit einem 28 Prozent niedrigeren Risiko verbunden, später an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Typ-2-Diabetes ist eine Erkrankung, bei der der Körper den Zucker im Blut nicht mehr richtig verarbeiten kann, mit möglichen Folgen für Herz, Nieren und Augen.

"In dieser Studie zeigte sich, dass nur die Verringerung der viszeralen Fettablagerung ein geringeres zukünftiges Risiko für Typ-2-Diabetes vorhersagte", sagt Prof. Dr. Matthias Blüher, der die Untersuchung an der Universität Leipzig mitverantwortete. Die Forschenden schließen daraus, dass für die langfristige Stoffwechselgesundheit nicht allein die Zahl auf der Waage entscheidend ist. Wichtiger könnte sein, wie stark sich das gesundheitlich besonders problematische Fett im Bauchraum reduzieren lässt.

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