Es gibt Termine im Kalender der Weingenießergemeinde, die unumstößlich sind – der Besuch von (in diesem Jahr:) zehn VDP-Weingütern mit einer Präsentation ihrer aktuellen Weine Ende März gehört dazu. Es sind immer die gleichen Weingüter, von A wie Adeneuer von der Ahr bis W wie Wirsching aus Franken. Aber was die Spitzenwinzer aus neun Anbaugebieten mitbringen, ist natürlich immer neu: Wein ist schließlich ein nachwachsender Rohstoff und einer, der die Macher jedes Jahr vor neue Herausforderungen stellt: zu trocken, zu nass, zu kalt, zu warm – alles geht, so richtig richtig ist’s selten – aber Winzerinnen und Winzer sind ja auch nur Weinbauern und somit der Natur auf Gedeih und Verderb ausgesetzt. Und als ob das nicht genug wäre, kommen dann noch die Befindlichkeiten dazu: es gibt Kriege, die kein Mensch braucht und es gibt seit einiger Zeit massive Kampagnen gegen den Wein, weil der auch Alkohol enthält. Und die Kampagnenmacher reden nur über Wein, nie über Bier oder gar Schnaps.
Mit all dem müssen die Winzer leben und irgendwie damit umgehen. Sie machen es (zumindest die, die diesen Samstag dabei waren) mit großer Freude, viel Überzeugung und – um das mal so banal zu sagen – mit großartigen Weinen. Und das sind durchaus nicht nur (allerdings natürlich auch…) die Großen Gewächse, also die Spitzenweine der jeweiligen Betriebe. „Wer nur die probiert, verpasst aber was!“, hörte ich freilich mehr als einmal: die Visitenkarte der Weingüter seien die Gutsweine – die einerseits natürlich weniger langlebig und kraftvoll sind, die aber andererseits auch schon in jungen Jahren Spaß machen, Trinkfluss bieten – und das zu einem Bruchteil des Preises.