Pralle Tomaten, saftig und rot, im Gewächshaus oder auf dem Freiland-Beet: Im Hochsommer gehören sie für viele zum Garten dazu. Doch Hitzewellen setzen den Pflanzen zu. Steigen die Temperaturen zu stark, leiden Blüten und junge Früchte und die Ernte fällt kleiner aus. Das wird weltweit zunehmend zum Problem, denn Tomaten gehören zu den wichtigsten Nutzpflanzen.
Ein internationales Forschungsteam hat nun untersucht, wie Pflanzenhormone die Entwicklung von Tomatenblüten und jungen Früchten steuern. Beteiligt war auch Jutta Ludwig-Müller, Professorin für Pflanzenphysiologie an der TU Dresden. Die Studie liefert neue Erkenntnisse darüber, wie Tomaten auf Hitze reagieren.
Pollen überstehen Hitze besser
Anschließend veränderten die Forschenden Tomatenpflanzen gezielt, sodass das Wachstumshormon Auxin in den Staubblättern nicht mehr abgeschaltet wurde. Das hatte einen deutlichen Effekt. Der Pollen enthielt mehr aktives Auxin und blieb nach längerer Hitze länger funktionsfähig als der unveränderter Pflanzen.
Die Ergebnisse zeigen, welche Rolle Pflanzenhormone dabei spielen, wenn Tomatenpflanzen mit hohen Temperaturen zurechtkommen müssen. Langfristig könnte dieses Wissen helfen, Tomaten und andere Nutzpflanzen zu züchten, die Hitze besser vertragen und auch bei steigenden Temperaturen zuverlässig Früchte tragen.
"Unsere Ergebnisse erweitern das Verständnis pflanzlicher Entwicklungsprozesse auf molekularer Ebene und zeigen überraschende Zusammenhänge zwischen hormoneller Steuerung und Stressresilienz", sagt Jutta Ludwig-Müller. "Gerade im Kontext des globalen Klimawandels ist es wichtig, Pflanzen besser zu verstehen, um Zukunftsfähigkeit und Ernährungsversorgung zu sichern."
Originalpublikation:
Andrii Vainer, Sayantan Panda, Yana Kazachkova, Irina Panizel, Sarah Breitenbach, Jutta Ludwig-Müller, Dhirendra Fartyal, Adi Faigenboim, Efrat Almekias-Siegl, Asaph Aharoni, Hagai Yasuor. Hormone-centric multi-omics atlas of flower and early fruit development in tomato. Plant Communications, Volume 7, Issue 1, 2026, 101674.