Jedes Jahr fallen in Sachsens Wäldern Tonnen von Kiefernnadeln an. Bisher verrotten sie einfach. Doch was wäre, wenn daraus T-Shirts, Handtücher oder Jacken entstehen könnten? An der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) arbeiten Forschende genau daran. Seit November 2025 läuft das Projekt „ConFiTex". Das Ziel klingt simpel, ist aber revolutionär für die Textilindustrie: aus heimischen Koniferennadeln vollständig kompostierbare Fasern herstellen.
„Die bislang als Abfall betrachteten lokalen Koniferennadeln bieten erhebliches Potenzial als nachwachsender Rohstoff", erklärt Projektleiterin Prof. Katharina Jebsen-Plättner. Kiefern gehören zur Ordnung der Koniferen. Das Material könne wichtige Beiträge zur Erreichung der Ziele des Europäischen Green Deal in Ressourcennutzung, Abfallvermeidung und Kreislaufwirtschaft leisten.
Prototypen für konkrete Anwendungen
Das Projekt geht über reine Grundlagenforschung hinaus. Die Forschenden entwickeln eine Kollektion verschiedener Garnqualitäten mit passenden Farben. Daraus entstehen Prototypen für konkrete Produkte. Welche genau, wird sich zeigen. Wichtig ist: Die Fasern sollen sich komplett zersetzen, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Kein Mikroplastik, keine giftigen Rückstände.
Der Europäische Sozialfonds Plus und der Freistaat Sachsen fördern „ConFiTex" mit knapp 1,4 Millionen Euro. Das Gesamtvolumen liegt bei rund 1,5 Millionen Euro. Ein Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung junger Wissenschaftler. Sie sammeln praktische Erfahrungen und vernetzen sich mit Unternehmen. Das soll Sachsens Wirtschaft innovativer und nachhaltiger machen.
Ob Kiefernnadel-Textilien bald in unseren Kleiderschränken hängen, bleibt abzuwarten. Aber die Forschung in Zwickau zeigt: Abfall ist nicht immer nur Abfall. Manchmal steckt darin die Mode von morgen.