Autofahren ohne Auspuff löst das Feinstaubproblem nicht. Das zeigt eine neue Studie aus Leipzig. Denn ein Großteil der Plastikpartikel in der Stadtluft stammt nicht aus dem Auspuff, sondern vom Reifen. Forschende des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg haben erstmals in Deutschland gemessen, wie viel Mikro- und Nanoplastik in der Atemluft einer deutschen Stadt steckt. Rund vier Prozent der Feinstaubmasse bestehen demnach aus Plastik. Davon gehen etwa zwei Drittel auf Reifenabrieb zurück.
Wer rund um die Uhr an einer viel befahrenen Straße in Leipzig lebt, atmet täglich etwa 2,1 Mikrogramm Plastikstaub ein. Das entspricht 0,7 Milligramm pro Jahr. Mikrogramm und Milligramm klingen winzig, doch die Wirkung ist es nicht. Modellrechnungen der Studie deuten darauf hin, dass sich das Sterberisiko durch Herzkreislauferkrankungen um etwa fünf bis neun Prozent und durch Lungenkrebs um etwa acht bis 13 Prozent erhöhen könnte.