An einem heißen Sommertag macht es einen großen Unterschied, wo man wohnt. Wer in einer Straße ohne Bäume lebt, muss oft weit bis zum nächsten schattigen Park laufen. Wer in der Nähe von Grünflächen oder einem See wohnt, findet schneller Abkühlung. Doch wie groß sind diese Unterschiede in deutschen Städten wirklich? Das lässt sich jetzt online nachsehen.
Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) aus Dresden hat gemeinsam mit Partnern das sogenannte Stadtklimadashboard entwickelt. Es ist seit Mai 2026 online und zeigt für alle deutschen Städte ab 10.000 Einwohnern, wie gut sie auf Hitze, Starkregen und Trockenheit vorbereitet sind. Damit lassen sich Städte erstmals anhand einheitlicher Kriterien vergleichen. Kommunen können erkennen, wo sie bei der Anpassung an den Klimawandel gut aufgestellt sind und wo Handlungsbedarf besteht.
Hilfe für Städte ohne eigene Fachleute
Viele Kommunen haben keine eigenen Mitarbeiter, die solche Daten auswerten könnten. Genau für diese Städte soll das Tool besonders nützlich sein. "Das Stadtklimadashboard könnte insbesondere für Städte, die selbst keine oder nur geringe eigene Ressourcen im Bereich der räumlichen Analyse und des Umweltmonitorings aufbringen können, interessant sein", sagt Tobias Krüger vom IÖR. Er und sein Team hoffen, dass die Anwendung dort erhebliche Unterstützung leisten kann.
Das Dashboard ist noch in der Entwicklung. Bis Juli 2027 sollen weitere Messwerte hinzukommen. Das IÖR sucht dafür interessierte Städte und Gemeinden, die das Tool in der Praxis testen möchten.
Die Anwendung ist unter https://stadtklimadashboard.de frei zugänglich.