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Hitzeschutz: Dieses Tool zeigt, wie klimafit Städte sind

Grün oder versiegelt? Die Karte des IÖR Dresden macht sichtbar, wie gut Städte auf Hitze und Starkregen vorbereitet sind.
Das Stadtklimadashboard des IÖR zeigt auf einen Blick, wo deutsche Städte beim Klimaschutz Nachholbedarf haben. © Screenshot
Von: Wissensland
Welche Stadt hat zu wenig Grün, zu viel Beton – und wer hat an heißen Tagen keine Abkühlung in der Nähe? Ein neues Online-Tool des Dresdner Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) macht genau das sichtbar und gibt Städten eine Grundlage für bessere Entscheidungen.

An einem heißen Sommertag macht es einen großen Unterschied, wo man wohnt. Wer in einer Straße ohne Bäume lebt, muss oft weit bis zum nächsten schattigen Park laufen. Wer in der Nähe von Grünflächen oder einem See wohnt, findet schneller Abkühlung. Doch wie groß sind diese Unterschiede in deutschen Städten wirklich? Das lässt sich jetzt online nachsehen.

Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) aus Dresden hat gemeinsam mit Partnern das sogenannte Stadtklimadashboard entwickelt. Es ist seit Mai 2026 online und zeigt für alle deutschen Städte ab 10.000 Einwohnern, wie gut sie auf Hitze, Starkregen und Trockenheit vorbereitet sind. Damit lassen sich Städte erstmals anhand einheitlicher Kriterien vergleichen. Kommunen können erkennen, wo sie bei der Anpassung an den Klimawandel gut aufgestellt sind und wo Handlungsbedarf besteht.

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Was das Dashboard zeigt

Zwei Fragen stehen im Mittelpunkt. Erstens: Wie viele Menschen können innerhalb von 500 Metern, also etwa zehn Minuten zu Fuß, einen Park, eine Grünfläche oder ein Gewässer erreichen? Solche Flächen kühlen die Luft ab und spenden Schatten. Zweitens: Wie viel Fläche in einer Stadt kann Regenwasser aufnehmen, also versickern lassen? Asphalt und Beton sind versiegelt. Regen läuft ab, statt in den Boden zu ziehen. Das macht Überschwemmungen wahrscheinlicher und heizt die Stadt zusätzlich auf.

Das wird immer wichtiger, weil Hitzewellen in Deutschland häufiger und intensiver werden. Besonders ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen leiden unter hohen Temperaturen in dicht bebauten Stadtvierteln.

Das Dashboard zeigt außerdem, wie viel Grün pro Einwohner vorhanden ist, welche Stadtteile besonders schlecht versorgt sind und wie die Städte im Vergleich zu europäischen Anforderungen dastehen. Grundlage sind Satellitendaten, amtliche Karten der Landesvermessungsämter und Bevölkerungsdaten aus dem Zensus 2022.

Hilfe für Städte ohne eigene Fachleute

Viele Kommunen haben keine eigenen Mitarbeiter, die solche Daten auswerten könnten. Genau für diese Städte soll das Tool besonders nützlich sein. "Das Stadtklimadashboard könnte insbesondere für Städte, die selbst keine oder nur geringe eigene Ressourcen im Bereich der räumlichen Analyse und des Umweltmonitorings aufbringen können, interessant sein", sagt Tobias Krüger vom IÖR. Er und sein Team hoffen, dass die Anwendung dort erhebliche Unterstützung leisten kann.

Das Dashboard ist noch in der Entwicklung. Bis Juli 2027 sollen weitere Messwerte hinzukommen. Das IÖR sucht dafür interessierte Städte und Gemeinden, die das Tool in der Praxis testen möchten.

Die Anwendung ist unter https://stadtklimadashboard.de frei zugänglich.

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