Tiere auf der Weide dürfen nicht schutzlos Hitze und Trockenheit ausgesetzt sein. Angesichts hoher Temperaturen haben Veterinärbehörden auf den Witterungsschutz für Weidetiere hingewiesen. «Die anhaltenden Sommertemperaturen führen derzeit zu immer mehr Hinweisen und Anzeigen aus der Bevölkerung. Viele Bürger melden Nutztiere, die ohne ausreichenden Sonnenschutz auf den Weiden stehen», teilte das Landratsamt in Pirna mit. Besonders oft seien Schafe, Pferde und Rinder betroffen.
Behörde bittet um besondere Aufsicht bei Hitze und Starkregen
«Das Veterinäramt bittet alle Tierhalter, die Tierhaltung insbesondere bei Extremwetter wie Hitze oder Starkregen mehrmals täglich zu überprüfen. Eine ausreichende Wasserversorgung sowie der erforderliche Witterungsschutz müssen jederzeit sichergestellt sein», hieß es. Zugleich bot die Behörde an, Halter von Weidetieren zu beraten.
«Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen», heißt es im Tierschutzgesetz. Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung verlangt unter anderem, das Befinden der Tiere «mindestens einmal täglich durch direkte Inaugenscheinnahme» zu überprüfen und «alle Tiere täglich entsprechend ihrem Bedarf mit Futter und Wasser in ausreichender Menge und Qualität» zu versorgen.
Schattenspender: Bäume, Hecken und auch Sonnensegel
Als geeignete Schattenspender auf einer Weide gelten Bäume, Hecken, Büsche, Waldränder oder auch künstliche Unterstände und Sonnensegel. Der Schattenplatz sollte allen Tieren der Herde zugänglich sein. Experten verweisen darauf, dass eine Vernachlässigung der Haltung bei hohen Temperaturen bei den Tieren zu Hitzestress und Kreislaufkollapsen führen kann. Steht auf einer Weide kein ausreichender Schatten zur Verfügung, wird eine Beweidung in den kühleren Morgen- oder Abendstunden empfohlen.
«Hinweise zum Witterungsschutz bei hohen Temperaturen werden von den zuständigen Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämtern - vergleichbar mit allgemeinen Hitzehinweisen anderer Behörden - regelmäßig herausgegeben», stellte der Landesbauernverband klar. Die tierschutzgerechte Haltung und Versorgung der Tiere liege in der fachlichen Eigenverantwortung der Tierhalter.
«Landwirte verfügen über die erforderliche Ausbildung und Sachkunde und passen die Haltung ihrer Tiere - insbesondere bei außergewöhnlichen Witterungsereignissen - an die jeweiligen Bedingungen an. Eine bedarfsgerechte Versorgung und geeignete Schutzmaßnahmen gehören dabei zum selbstverständlichen Bestandteil einer ordnungsgemäßen Tierhaltung», erklärte der Landesbauernverband.