Auf Deutschlands Störche ist Verlass: Unabhängig von aktuellen Wetterkapriolen sind die ersten Weißstörche pünktlich in ihrer Heimat gelandet, um sich auf die Brutzeit vorzubereiten. In Loburg, Heimat der Vogelschutzwarte Storchenhof Loburg in Sachsen-Anhalt landete Storch Anton am vergangenen Sonntag als erster Vorbote des kommenden Frühlings. In Oberröblingen im Süden Sachsen-Anhalts tauchte der erste Rückkehrer bereits im Januar auf, in Magdeburg wurde selbst im Dezember am Bahnhof ein Storchenpaar gesichtet.
Iberische Halbinsel und Afrika als Winterquartiere
Fachleute unterscheiden bei Störchen zwischen Westziehern und Ostziehern. Erstere überwintern in Spanien und haben dafür eine Strecke von etwa 2.500 Kilometern in etwa zwei Wochen zu meistern - abhängig vom Flugwetter. Ostzieher fliegen über Polen und den Balkan nach Israel und von dort aus weiter nach Ostafrika. Besondere Flugleistungen erbrachte die frühere Loburger Storchenberühmtheit Prinzesschen, die bis in den Süden des afrikanischen Kontinents zog und dabei 10.000 Kilometer und mehr zurücklegte. Diese Route ist zwar länger, hat aber mit Blick auf das Nahrungsangebot auch Vorteile.
Der Westzug wird bei vielen offenen Müllkippen oft schon in Spanien beendet. Solche Deponien gibt es auf der Ostroute zwar auch, trotzdem reisen die Störche dort meist weiter und werden in einigen afrikanischen Ländern gerne als Heuschreckenvogel bezeichnet, berichtet Hoffmann. «Störche sind reine Fleischfresser und haben ein breites Nahrungsspektrum. Dazu gehört alles von Schnecken, Insekten und Regenwürmern, über Lurche, Reptilien und Fische bis hin zu Mäusen, und Maulwürfen.» Auch Aas werde gerne genommen.