Das Vogelgrippe-Virus hält Geflügelhalter seit Monaten in Atem. Noch immer geschehen neue Ausbrüche - so zuletzt in Ostsachen im Kreis Görlitz. In Sachsen ist die aktuelle Geflügelpest-Saison die heftigste seit Beginn der Aufzeichnungen, bilanzierte zuletzt das Gesundheitsministerium. Allein im Freistaat sind demnach bislang über 500.000 Tiere der Krankheit zum Opfer gefallen. Deutschlandweit sind es Millionen gewesen.
Wie gut greifen Entschädigungen und staatliche Hilfen?
Tierhaltern, die ihre Bestände wegen der Vogelgrippe töten mussten, hilft die Tierseuchenkasse. Wie hoch die Entschädigungszahlungen ausfallen werden, ist aktuell noch unklar, teilte die Tierseuchenkasse auf dpa-Anfrage mit. Bislang seien für zwei Ausbrüche im vergangenen Jahr Zahlungen in Höhe von rund 675.000 Euro geleistet worden. Eine vollständige Bilanz für das vergangene Jahr folgt im April. Die Höchstsumme je Tier hatte die Bundesregierung Ende vergangenen Jahres rückwirkend zum 1. Oktober von 50 auf 110 Euro erhöht.
Ist die Vogelgrippe-Saison vorbei?
Seit dem ersten Auftreten des H5N1-Virus vor rund 20 Jahren habe es nur wenige Jahre ohne Ausbrüche gegeben, ab 2020 dann jedes Jahr, sagte Martin Beer, Vizepräsident des Friedrich-Loeffler-Instituts der Deutschen Presse-Agentur. «Das Virus wird nicht verschwinden, es wird in Wellen wiederkommen», so der Fachtierarzt für Virologie. Nicht ausgeschlossen sei gar, dass das schon bald der Fall ist: «Wir wissen nur, dass es in der Regel nach einer frühen ersten Welle es etwas ruhiger wird und danach wieder eine zweite kommen kann. Also wir müssen sogar damit rechnen, dass wir noch einmal vermehrt Ausbrüche haben.» In Wildvögeln sei das Virus inzwischen dauerhaft vorhanden, beispielsweise bei Wildenten.