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Wärme und Trockenheit: Winzer rechnen mit gutem Weinjahr

Wärme und Trockenheit: Winzer rechnen mit gutem Weinjahr
In Sachsen soll die Weinlese Ende August beginnen. / Foto: Robert Michael/dpa
Von: DieSachsen News
Der sonnige Sommer sorgt bei Winzern in Sachsen und Sachsen-Anhalt für Optimismus: Sie erwarten Spitzenqualität und solide Erntemengen. Der ausbleibende Regen bringt aber auch Nachteile mit sich.

Winzer in Sachsen und Sachsen-Anhalt rechnen mit einem guten Weinjahr 2026. Das warme Wetter sei für die Qualität der Weine von Vorteil gewesen, sagte Hartmut Schreiter, Geschäftsführer der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut, der Deutschen Presse-Agentur. «Wein braucht Wärme. Davon profitieren alle Sorten.» 

Die Trockenheit sei für den Weinbau zudem bislang ebenfalls von Vorteil gewesen. «Wir hatten durch die langanhaltende Trockenheit natürlich auch wenig Krankheitsbefall. Pilzbefall ist nirgendwo in den Anlagen eigentlich zu verzeichnen», so Schreiter. 

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Trockenheit gut für die Ernte

Auch Felix Hößelbarth, Vorsitzender des Weinbauverbandes Sachsen und Geschäftsführer des Bio-Weinguts Hoflößnitz, blickt positiv auf das aktuelle Wetter: «Im Trockenen ernten ist immer gut.» Die Trauben trockneten toll ab. Bei Feuchtigkeit entstehe hingegen Fäulnis. «Da haben wir ja gerade das ganze Gegenteil.»

Bis Juni gab es laut Hößelbarth zudem im Vergleich der zurückliegenden zehn Jahre ordentliche Niederschlagsmengen, die sich gut verteilten. Daher blicken die sächsischen Winzer optimistisch auf die Ernte.

Weine in Spitzenqualität erwartet

Im Ergebnis rechnet Schreiter, der in Höhnstedt (Saalekreis) selbst mit seiner Frau ein Weingut betreibt, mit «einer absoluten Spitzenqualität» bei den Weinen. «Ich sehe das insgesamt als ein sehr, sehr positives Weinjahr.» 

Die Trauben seien in diesem Jahr relativ frühreif, ergänzte Hößelbarth. Er rechnet daher mit einer guten aromatischen und geschmacklichen Reife des Jahrgangs.

Erntemengen auf solidem Niveau

Erste vorsichtige Prognosen der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut gehen von einer Erntemenge von 2 bis 2,3 Millionen Liter in diesem Jahr aus. Im Schnitt liege die Ernte an Saale, Unstrut und Salza bei 2,1 Millionen Liter. Nach einer miserablen Ernte 2024 waren es im vergangenen Jahr sogar 2,8 Millionen.

In Sachsen sieht es ähnlich aus. Die Rekordernte vom vorigen Jahr mit fast 2,95 Millionen Litern werde man zwar nicht erreichen. «Ich gehe mal von 10 Prozent weniger aus, da sind wir bei etwa 2,6 Millionen Litern, also immer noch eine sehr solide Erntemenge für Sachsen», sagte Hößelbarth.

Kleinere Weinbeeren und Trockenstress durch wenig Regen

Der ausbleibende Regen hat jedoch nicht nur positive Effekte. «Die jetzige Trockenheit im Juli und August wird mittlerweile recht heftig», sagte Hößelbarth. Die Weinbeeren seien etwas kleiner sind als in einem Jahr mit einer ordentlichen Wasserversorgung - die Ernte müsse deswegen aber nicht geringer ausfallen.

So gut das Wetter für den Wein auch gewesen sein mag, so bestehe mittlerweile die Gefahr von Trockenstress für die Reben, ergänzt Schreiter. Bislang sei der Beginn der Weinlese in Saale-Unstrut geplant für Mitte September. In einigen Lagen könne der Wein bewässert werden. Doch wenn die Qualität der Trauben leide und der Stock Schaden nehme, könne das dazu führen, dass früher geerntet werden muss. 

Früher geht es in Sachsen los. Den Anfang macht dort das Staatsweingut Schloss Wackerbarth am kommenden Donnerstag. Allgemein soll die Weinlese laut Hößelbarth in der letzten Augustwoche beginnen. 

Ernte nach vorn verlegt

In den vergangenen 15 Jahren habe sich die Ernte durch die höheren Temperaturen um ein bis zwei Wochen nach vorn verschoben, erklärte Hößelbarth. Ein Indikator sei der zeitigere Beginn, der nun fast jedes Jahr in der zweiten Augusthälfte liege. «Andererseits haben wir früher Ende Oktober, Anfang November mit der Riesling-Ernte aufgehört. Das ist jetzt in der ersten Oktoberhälfte.»

Winzer passen sich mit «Zukunftssorten» an

Immer mehr Winzer setzen angesichts sich der sich ändernden Bedingungen auf neue Weinsorten, etwa weil diese pilzresistenter sind. Schreiter nennt sie Zukunftssorten. In Höhnstedt baut der Chef der Winzervereinigung selbst etwa die aus der Schweiz stammende Rotweinsorte Cabaret Noir an, nach eigenen Angaben mit zunehmendem Erfolg. «Wenn wir davon mehr hätten, würden wir Qualitäten wie früher in Frankreich - also das, was man sich unter französischen Weinen vorstellt - produzieren», glaubt der Geschäftsführer.

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