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BUND hält weitere Vertiefung der Elbe für sinnlos

BUND hält weitere Vertiefung der Elbe für sinnlos
Der BUND Sachsen hält eine weitere Vertiefung der Elbe für sinnlos (Archivbild). / Foto: Jens Büttner/dpa
Von: DieSachsen News
Die Ansichten über die Bedeutung der Elbe als Wasserstraße liegen weit auseinander. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland fordert eine neue Flusspolitik - und eine Rückkehr zur Natur.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hält eine weitere Vertiefung der Elbe für sinnlos und fordert eine Rückkehr zum ursprünglichen Zustand des Flusses. «Der Elbe fehlt inzwischen nicht mehr nur das Wasser; es fehlen auch die Schiffe und die qualifizierten Schiffsführer. Die traditionsreiche Elbschifffahrt ist Geschichte – eine Folge des Klimawandels und veränderter ökonomischer Realitäten», erklärte der sächsische BUND-Chef Felix Ekardt. 

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BUND: Elbe könnte zum Hotspot des Naturtourismus werden

Nach Ansicht Ekardts haben die vergangenen zehn Jahre einen Vorgeschmack auf die Extreme geliefert, mit denen man künftig umgehen muss. «Dürre und Hochwasser. Natürlicher Hochwasserschutz wirkt. Dafür müssen wir mit dem Fluss arbeiten – nicht gegen ihn.» Man brauche «eine neue Flusspolitik, die das enge Korsett der Wasserstraße lockert und der Elbe wieder mehr von ihrem ursprünglichen Charakter zurückgibt». «Die Elbe könnte zur deutschen Loire werden – ein Hotspot des Naturtourismus.»

Ziel für Bundeswasserstraße Elbe wird massiv verfehlt

Der BUND begründete die fehlende Wirtschaftlichkeit auch mit der Abwicklung der tschechischen Elbe-Reederei ČSPL. Allerdings existiert mit Evropská vodní doprava noch ein weiteres Unternehmen, das sich auf Personenschifffahrt und Schwerlasttransporte konzentriert - weiter auch auf der Elbe. 

Laut BUND wird das Ziel des Bundesverkehrsministeriums, an 345 Tagen im Jahr 1,40 Meter Fahrrinnentiefe zu erreichen, massiv verfehlt. Im Schnitt liege die Tiefe der Fahrrinne zwischen der Grenze und Magdeburg an rund 160 Tagen darunter. «Dennoch fließen weiter Steuermillionen in die Vertiefung einer kaum genutzten Wasserstraße.»

BUND verlangt Kurswechsel 

«In Zeiten drohender Wasserkrisen braucht es einen Kurswechsel: Durch Aufweitung des Flussquerschnitts muss die Fließgeschwindigkeit reduziert und die Sohlerosion gestoppt und umgekehrt werden», teilte der BUND mit. Weitere Einengungen des Flussbettes seien Gift für den Landschaftswasserhaushalt und die Landnutzung. Stattdessen müsse dem Wasserrückhalt in der Fläche und dem ökologischen Hochwasserschutz Priorität eingeräumt werden.

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