Die frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Daniela Kolbe ist neue Vorsitzende des DGB Sachsen. Die 45-jährige Diplom-Physikerin löst Markus Schlimbach ab, der nach acht Jahren an der Spitze des Gewerkschafts-Dachverbandes nicht erneut kandidiert hat. Bei der Bezirkskonferenz in Dresden stimmten 96,8 Prozent der Delegierten für Kolbe, wie der DGB mitteilte.
Die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen könnten nur mit und nicht gegen die Beschäftigten gelöst werden, mahnte sie. «Die absurden Forderungen von Teilen der Politik und der Wirtschaft zur Verlängerung
der Arbeitszeit und Kürzungen bei der sozialen Sicherheit zeugen von
Ideenlosigkeit und wenig Weitblick. Das sind Vorschläge aus der Mottenkiste.» Kolbe war zuletzt DGB-Landesvize. Zu ihrem Stellvertreter wurde Ralf Hron gewählt.
Die Bezirkskonferenz ist das höchste Gremium des DGB auf Landesebene und findet alle vier Jahre statt. Dabei wurden auch inhaltliche Beschlüsse gefasst. So spricht sich der DGB Sachsen für ein Prüfverfahren zum Verbot der AfD aus. Gefordert wird außerdem Schutzeinrichtungen für Frauen auszubauen, die Tarifbindung von Unternehmen zu erhöhen und eine paritätische Aufteilung des Beitrags zur Pflegeversicherung ohne dafür einen Feiertag zu streichen. In Sachsen zahlen Arbeitnehmer wegen des Buß- und Bettages als Feiertag einen höheren Anteil zur Pflegeversicherung als Arbeitgeber.