Die geplante Pilotanlage zum Abbau von Indium im Erzgebirge ist einen weiteren Schritt vorangekommen. Nach Angaben des Freiberger Bergbauunternehmens Saxore, das das Vorhaben als Industriepartner der Forscher der TU Bergakademie Freiberg vorantreibt, haben unter Tage in Pöhla die ersten Probebohrungen stattgefunden.
In insgesamt zehn Bohrungen sind während der vergangenen zwei Wochen demnach Bohrkerne mit einer Gesamtlänge von 130 Metern im Besucherbergwerk Zinnkammern Pöhla entnommen worden. Jenseits des Besucherbergwerks im benachbarten Tellerhäuser plant Saxore bereits seit Jahren ein komplett untertägiges Zinnbergwerk ohne sichtbare Halden und Aufbereitung. Hintergrund der Probebohrungen in Pöhla ist die Erforschung eines neuartigen Abbauverfahrens, bei dem seltene Erden mit Hilfe von Mikroorganismen durch sogenannte «Biolaugung» direkt aus dem Gestein gelöst und anschließend aus der Flüssigkeit gewonnen werden können. Vorteil des Verfahrens ist, dass auf Abbaumethoden wie Sprengungen unter Tage komplett verzichtet werden kann, erklärte Saxore-Sprecher Axel Kunz.