Der Streit um den Neubau der maroden Agra-Brücke südlich von Leipzig geht weiter. Sachsens Verkehrsministerin Regina Kraushaar (CDU) verteidigte die Pläne zur baugleichen Wiedererrichtung gegen Kritik. «Tunnel und Trog sind keine umsetzbare Möglichkeit, wenn wir Menschen und Wirtschaft nicht ein jahrelanges Trauma von Stau, Lärm, Unfallrisiken und unnötigen Kosten aufbürden wollen», sagte sie. Man habe alle Vorschläge geprüft und nach Kriterien wie Sicherheit, Machbarkeit, Zeit und Kosten abgewogen. «Ein entscheidender Punkt ist die Zeit», sagte Kraushaar. Es werde so schnell wie möglich wieder eine verlässliche Verbindung benötigt.
Tunnel oder Trog?
Forderungen nach einer Tunnellösung gibt es bereits seit 2008. Im vergangenen November, kurz nachdem das Ministerium über den notwendigen Abriss informiert hatte, wurde sie unter anderem von Oberbürgermeister Jung wieder vorgebracht.
Die Ministerin argumentierte, dass eine Tunnel- oder eine Troglösung ein «völlig anderes Großprojekt» mit langwierigen Genehmigungsverfahren wäre. «Das höchste Risiko dabei ist, dass das Baurecht nicht erteilt wird. Alles würde Jahre dauern», sagte Kraushaar. Zudem seien die Mehrkosten für Tunnel oder Trog nicht gedeckt.
Abriss soll 2027 starten
Die Agra-Brücke an der B2 muss wegen erheblicher Mängel abgerissen werden. Aktuell fließt der Verkehr ausschließlich über den östlichen Brückenzug. Es gilt eine Gewichtsbeschränkung von 3,5 Tonnen. Der westliche Teil ist gesperrt und soll nach bisheriger Planung ab 2027 abgerissen und erneuert werden. Ab 2029 sollen dann Abriss und Neubau des östlichen Teils folgen. Bis 2031 soll die neue Brücke komplett stehen.
Das Infrastrukturministerium hatte die Kosten auf rund 50 Millionen Euro beziffert. Sie werden vom Bund getragen.
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