Der sächsischen Wohnungswirtschaft fehlt ausreichend Geld für Investitionen. Allein um die Auflagen der Klimaneutralität 2045 in Deutschland zu erfüllen, müssten die Wohnungsgenossenschaften noch einmal 17 Milliarden Euro investieren, sagte Mirjam Philipp, Chefin des Verbandes sächsischer Wohnungsgenossenschaften. Die gleiche Summe hätten die Verbandsmitglieder seit 1990 investiert. Für die Mieter würde das eine Erhöhung der Miete von zwei bis drei Euro pro Quadratmeter bedeuten. Als sozial orientierter Vermieter könne man aber nur moderat erhöhen.
Philipp zufolge liegt die Nettokaltmiete in einer Genossenschaftswohnung in Sachsen im Schnitt bei 5,62 Euro. Wenn man davon alle Kosten etwa für Leerstand, Tilgung, Eigenkapitalrückfluss und anderes abziehe, blieben tatsächlich nur zwei Cent als Überschuss übrig, die sich für Investitionen verwenden ließen. «Wir müssen so wirtschaften, dass wir nicht mit dem Rücken zur Wand stehen, denn wir sind für unsere Mieter und Mitglieder verantwortlich.» In den vergangenen zehn Jahren hätten die Unternehmen die Miete im Schnitt nur um 1,9 Prozent erhöht und seien damit deutlich unter der Inflation geblieben.