Nach Kultusminister Conrad Clemens (CDU) fordert auch die SPD im Sächsischen Landtag Nachbesserungen an den Kita-Plänen des Bundes. Der Grundsatz «Wer bestellt, bezahlt» müsse auch bei der frühkindlichen Bildung gelten, stellte SPD-Bildungsexperte Gerald Eisenblätter klar. «Wer neue bundesweite Qualitätsstandards einführt, muss die Länder und Kommunen auch dauerhaft in die Lage versetzen, diese umzusetzen.»
Bund strebt Trendwende in der Bildungspolitik an
Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hatte den Referentenentwurf für ein neues Kita-Gesetz (Kita-Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz) diese Woche vorgestellt. Mit Sprachtests für alle Vierjährigen und gezielter Förderung in den Kitas will sie eine Trendwende in der Bildungspolitik erreichen. Das Gesetz soll Kindern der Übergang zur Grundschule erleichtern. Dafür verspricht der Bund bis 2034 insgesamt 9,25 Milliarden Euro.
Es sei richtig, frühkindliche Bildung dauerhaft in den Fokus zu rücken, sagte Eisenblätter. «CDU-Bundesministerin Prien scheint jedoch den Blick auf die unterschiedlichen Entwicklungsstände in den Ländern verloren zu haben, wenn sie die Länder bei den bislang bestehenden Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung und zum Halten von pädagogischen Fachkräften im Regen stehen lässt.»
Mit dem Forderungspapier «Für die Rettung der Kitas im Osten - Personal halten, Strukturabbruch verhindern» hätten sich die für die frühkindliche Bildung zuständigen SPD-Fachsprecherinnen und -sprecher der fünf ostdeutschen Bundesländer frühzeitig an den Bund gewandt und vor den Auswirkungen in Ostdeutschland gewarnt.