Der Autobauer Volkswagen will ab 2030 jährlich bis zu 15.000 Fahrzeuge am Standort Zwickau zerlegen und aufbereiten. Nachdem das Werk beim Umstieg auf E-Autos Pionier im Konzern gewesen sei, übernehme es nun erneut eine Vorreiterrolle, sagte VW-Sachsen-Chef Danny Auerswald. «Jetzt erschließen wir den wichtigen Geschäftsbereich der Kreislaufwirtschaft.» Dazu wird Volkswagen den Angaben zufolge bis zu 90 Millionen Euro investieren und 1.000 Arbeitsplätze sichern. Das Land Sachsen fördert das Vorhaben mit rund 10,8 Millionen Euro.
Werk muss Modelle an andere Standorte abgeben
Volkswagen kämpft mit Überkapazitäten an seinen deutschen Standorten. Deswegen wird die Autoproduktion in Zwickau reduziert und in den kommenden Jahren mehrere Modelle an andere Autofabriken abgegeben. Dafür erhält der Standort mit aktuell rund 8.500 Beschäftigten laut einer Vereinbarung von Ende 2024 das neue Geschäftsfeld der Kreislaufwirtschaft.
Zwickau werde im Volkswagen-Konzern nun das zentrale Kompetenzzentrum für diesen Bereich, hieß es. Neue Geschäftsfelder in diesem Sektor sollen auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft, Standards festgelegt und das Wissen für andere Standorte weltweit zur Verfügung gestellt werden. Zudem sollen die Erfahrungen aus der Demontage in die künftige Produktentwicklung einfließen.
Minister fordert Konzernsitz für Circular Economy in Sachsen
Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) sagte, dass dieser Einstieg in die Kreislaufwirtschaft am Standort nur ein erster Schritt sein könne. «Wir wollen auch den Konzernsitz für Circular Economy hier haben», so Panter: «Wir wollen, dass hier entwickelt wird, das hier geforscht wird, dass hier gearbeitet wird und dass hier auch Entscheidungen getroffen werden.»
Dieses Ziel wird auch von den Arbeitnehmervertretern in Zwickau verfolgt, wie der Betriebsratsvorsitzende Mario Albert sagte. Denn auch sie sehen in diesem Sektor Beschäftigungspotenzial. Das Zwickau zum Kompetenzzentrum für Kreislaufwirtschaft werde, sei ein «Riesenschritt in die Zukunft». Wichtig sei aber, dass daneben weiterhin Autos am Standort gebaut würden.
Neben VW nehmen auch andere Autohersteller das Recycling von Altfahrzeugen verstärkt in den Blick. Dazu haben Renault, Stellantis und Toyota bereits entsprechende Standorte in Europa.
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten