Die IG Metall will eine Schließung des VW-Werks in Zwickau nicht kampflos hinnehmen. Der für Berlin, Brandenburg und Sachsen zuständige Bezirksleiter Jan Otto sprach am Rande einer Kundgebung an der Gläsernen Manufaktur in Dresden von einem «Generalangriff» auf Volkswagen Sachsen. «Es herrscht großes Misstrauen gegenüber dem Vorstand nach allem, was auch durchgesteckt wurde in den letzten Tagen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Die Stimmung ist aufgeheizt, aufgeladen, und das ist völlig unnötig gerade. Aber das ist das Ergebnis einer verfehlten Informationspolitik des Konzerns.»
IG Metall fordert von Konzernspitze Gesamtkonzept
Der IG-Metall-Bevollmächtige verwies auf Rückhalt aus der sächsischen Landespolitik - von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und SPD-Wirtschaftsminister Dirk Panter. VW-Politik werde nicht nur in Niedersachsen gemacht. «Auch wir sind ein Teil davon. Unsere Standorte brauchen auch eine Zukunft. Das wird nicht reichen, sondern das braucht jetzt ein Gesamtkonzept. Übrigens ist es nicht die Aufgabe der IG Metall, das vorzulegen, aber wir sind bereit, daran mitzuarbeiten.»
«Dieses Werk ist voll umgestellt worden auf E-Mobilität. Es ist auch kein gutes Zeichen, so ein Werk dann zu schließen. Deswegen kann ich dem Konzern auch nur raten, hier mit verantwortungsvollem Augenmaß vorzugehen», betonte Otto. Die Diskussionen müssten jetzt einfach aufhören - bundesweit. Wenn man das klug mache, könne es eine Gesamtstrategie geben. «Wir haben gute Leute, wir haben vor allem tolle Ingenieure und wir sind bereit, uns Dinge mit auszudenken.» Man dürfe die Verantwortung aber nicht auf die Beschäftigten abschieben. Dafür gebe es Manager, die viel besser bezahlt würden.