Der Wasserbedarf in Sachsen-Anhalt wird in den kommenden Jahren erheblich steigen. Es müssten jetzt bereits die Weichen für Investitionen gestellt werden und nicht erst, wenn Engpässe entstünden, sagte Umweltminister Armin Willingmann (SPD) nach einer Konferenz zu einer neuen Wasserversorgungskonzeption. «Mit Blick auf länger anhaltende Trockenperioden ist absehbar, dass der Wettbewerb umWasserressourcen zunehmen wird.» Für eine zukunftsfähige Wasserversorgung sollen daher in den kommenden Jahren rund 116 Millionen Euro investiert werden.
Worum geht es in dem Wasserversorgungskonzept genau?
Es geht darum, wie die öffentliche Trinkwasserversorgung in Sachsen-Anhalt und im Großraum Leipzig langfristig gesichert und an neue Anforderungen angepasst werden soll. Das Konzept wurde vom Kompetenzzentrum Wasserwirtschaft in Halle erstellt. Es ist zunächst eine Bestandsaufnahme und richtet sich vor allem an Landespolitik, Fachbehörden und kommunale Versorger. Es soll als Grundlage für Entscheidungen zu Investitionen und Förderprogrammen dienen und regelmäßig fortgeschrieben werden.
Vor welchen Herausforderungen steht die Wasserversorgung?
Im mitteldeutschen Raum, insbesondere in Sachsen-Anhalt, hat sich nach Angaben des Kompetenzzentrums Wasserwirtschaft in den vergangenen Jahren der Wasserbedarf verändert. So stieg die Trinkwasserabgabe von 113 Millionen Kubikmetern im Jahr 2013 auf 122 Millionen Kubikmeter im Jahr 2022 - trotz sinkender Bevölkerungszahlen. Für die kommenden Jahre wird mit einem zusätzlichen Bedarf von rund 35 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr gerechnet. Je nach berechneten Szenarien erhöht sich der Wasserbedarf in den kommenden Jahren um 24 bis 68 Prozent. Dabei geht es um Herausforderungen durch Industrie- und Gewerbeansiedlungen, Neuanschlüsse von Versorgungsgebieten, veränderten Wasserbedarf durch den demografischen Wandel sowie um Trockenheit und höhere Temperaturen.