Die Halbleiterindustrie in Dresden soll ab 2030 ihr Brauchwasser aus einem Flusswasserwerk an der Elbe beziehen. Mit dem Unternehmen Hochtief wurde jetzt ein Generalübernehmer für Planung, Genehmigung und Bau des Werkes beauftragt, teilte das Unternehmen Sachsenenergie mit. Die Investition beläuft sich nach derzeitigem Stand auf eine Summe von mehr als 300 Millionen Euro und schließt auch die Transportleitungen ein. Das Land Sachsen übernimmt davon 100 Millionen Euro, die Stadt Dresden 50 Millionen Euro.
Wasserwerk für Versorgungssicherheit
Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) sieht in dem Flusswasserwerk einen zentralen Baustein, «um Dresdens führende Rolle als Herz der europäischen Mikroelektronik weiter zu stärken». Mit dem Wasserwerk schone man die wertvolle Ressource Wasser und schaffe Versorgungssicherheit für den Halbleiterstandort Dresden. Zugleich sei das Projekt wichtig für die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung, weil Brauch- und Trinkwasser entkoppelt würden.
«Wer über Europas Halbleiterzukunft spricht, kommt an Sachsen nicht vorbei. Silicon Saxony zeigt schon heute, wie europäische Technologieführerschaft aussehen kann. Jetzt gilt es, diese Stärke konsequent auszubauen und Sachsen als zentralen Baustein der europäischen Technologiesouveränität zu etablieren», betonte der sächsische EU-Abgeordnete Oliver Schenk (CDU).
Kapazitätserweiterung soll bis 2030 Durst der Branche stillen
Um die Wasserversorgung für Bevölkerung und die Industrie zukunftssicher zu machen, trennt Sachsenenergie Schritt für Schritt die Trinkwasserversorgung von der Versorgung mit Industriewasser. Das Wasserwerk entsteht im Stadtteil Übigau und soll ab Ende 2030 über zwei unterirdische Leitungen die Chiphersteller im Dresdner Norden beliefern. Bis dahin soll eine Kapazitätserweiterung im Wasserwerk Hosterwitz den wachsenden «Durst» der Branchen stillen.