Klangrausch im Festspielhaus Hellerau: Die Dresdner Musikfestspiele haben mit einer Aufführung der Oper «Einstein on the Beach» von Philip Glass den Nerv des Publikums voll getroffen. Nach dreieinhalb Stunden Aufführungsdauer ohne Pause wollte der Beifall im Festspielhaus Hellerau kein Ende nehmen. Die US-amerikanische Sängerin und Songwriterin Suzanne Vega («Luka») trug die Textpassagen eines Werkes vor, das Kultstatus besitzt und in Dresden konzertant aufgeführt wurde.
Entspannungsübungen während der Aufführung
«Einstein on the Beach» hatte den Komponisten Philip Glass nach der Uraufführung 1976 berühmt gemacht. Ursprünglich war das Werk sogar auf fünf Stunden ohne Pause anberaumt worden. Dem Publikum wurde vorgeschlagen, sich während der Aufführung nach Belieben zu entfernen und wieder im Saal zu erscheinen. Auch in Dresden machten viele Zuschauer davon Gebrauch. Musiker und Sänger nutzten Passagen, in denen sie nicht am Geschehen beteiligt waren, für Entspannungsübungen im Bühnenhintergrund.
Minimal Music kann auf große Fangemeinde bauen
Minimal Music besitzt eine große Fangemeinde und kann ein außergewöhnliches Klangerlebnis bewirken. Sie zeichnet sich vor allem durch die sogenannte Patterntechnik aus, die kurze rhythmische beziehungsweise rhythmisch-melodische Formeln vielfach wiederholt. In der Überlagerung dieser Pattern entsteht trotz der inneren Motorik ein äußerlich statisch wirkendes Klanggebilde. Für den Hörer bleiben die musikalischen Strukturen dabei immer vieldeutig: Das Gleiche kann quasi aus immer neuen Perspektiven wahrgenommen werden.
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