Der Dresdner Künstler Holger John sieht sich anonymen Anschuldigungen von Studierenden der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) ausgesetzt. Bereits vor seiner aktuellen Ausstellung im Glaskuppelbau der Hochschule habe es Hinweise auf massive Störversuche während der Vernissage am 30. April gegeben, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. In den vergangenen Tagen sei ein Banner für die Ausstellung zerschnitten und ein Gittertor vor dem Gebäude wiederholt mit Schlössern blockiert worden. Bei einem Gespräch im Rektorat habe man ihm mitgeteilt, dass Studenten die Schließung der Schau forderten.
Künstler weist Fehlverhalten zurück
Aus einem Foto mit Lindemann Schlüsse auf sein eigenes Verhalten zu ziehen, sei hanebüchen, sagte John. Er habe sich nichts zuschulden kommen lassen und sei bisher auch noch nie angefeindet worden. Wenn es seinerseits ein Fehlverhalten in der Vergangenheit gegeben habe, hätte ihn die Hochschule nie für eine Ausstellung eingeladen. Die Anschuldigungen seien ruf- und geschäftsschädigend. Er selbst sei keine Mimose, habe überhaupt nichts gegen Kritik und würde seinen Kritikern auch gern Rede und Antwort stehen. Doch die Aktionen im Kontext der Ausstellungen gingen zu weit.
Hochschule stelle Strafanzeige gegen Unbekannt
Rektor Oliver Kossack und Kanzler Jochen Beißert ist nach eigenen Angaben nicht bekannt, wer hinter den Protestaktionen steckt. Gleiches gelte für das Motiv der Täter. «Die Hochschule hat Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Die HfBK Dresden hat nach jedem Eingriff den Zugang zur Ausstellung wiederhergestellt. Beschädigte Sachen wurden beziehungsweise werden entweder ersetzt oder repariert.» Zudem habe man weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen.