In Kindertagesstätten in Sachsen betreut eine Erzieherin laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung im Schnitt immer noch mehr Kinder als in westlichen Bundesländern. Im Freistaat werden fast 93 Prozent der Kita-Kinder laut der Studie in Gruppen mit einer Personalausstattung betreut, die nicht kindgerecht ist. Sachsens Bildungsminister Christian Piwarz (CDU) kritisierte die Studie als realitätsfremd.
«Wenn eine Fachkraft für mehr Kinder verantwortlich ist als wissenschaftlich empfohlen, leidet darunter die Qualität der pädagogischen Praxis. Es ist davon auszugehen, dass die Kitas in Sachsen aktuell ihren Bildungsauftrag für die Mehrheit der Kinder nicht erfüllen können», sagte Kathrin Bock-Famulla, Expertin der Bertelsmann Stiftung für frühkindliche Bildung.
Die zurückgehenden Kinderzahlen in Sachsen böten allerdings die Chance, bis 2030 wissenschaftlich empfohlene Personalschlüssel zu erreichen und gleichzeitig die Platzbedarfe der Eltern zu erfüllen. Laut Bock-Famulla werde das aber nur gelingen, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trotz sinkender Kinderzahlen weiterbeschäftigt, die Ausgebildeten eingestellt sowie zusätzlich rund 1600 Fachkräfte gewonnen werden.