Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) in Sachsen schlägt verbindliche Sprachtests für Kinder ab drei Jahren vor, um so bei Defiziten möglichst früh reagieren zu können. Es gehe darum, frühkindliche Bildung strategisch zu planen, sagte BSW-Chefin Sabine Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur in Dresden und warf der Landesregierung Versäumnisse vor. Sachsen habe im Bundesdurchschnitt noch immer den zweitschlechtesten Betreuungsschlüssel in Kitas. «Wir müssen die Chance ergreifen, die sich aktuell aus den sinkenden Anmeldezahlen in den Kitas ergibt.»
Eine reflexartige Streichung von Stellen oder gar Schließung von Einrichtungen wäre kurzsichtig. «Stattdessen können wir nun mit Perspektive planen und bei sinkenden Anmeldezahlen und mindestens gleichbleibenden Stellen den Betreuungsschlüssel indirekt verbessern.» Für Kitas wäre ein Betreuungsschlüssel von 1 zu 7 erforderlich, bei Kinderkrippen von 1 zu 3. Dann können sich pädagogische Fachkräfte tatsächlich um die frühkindliche Bildung kümmern und sich Kinder entsprechend ihrem Potenzial entwickeln. Außerdem würden sich die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten erheblich verbessern, sagte Zimmermann. Das sollte ein mittelfristiges Ziel sein und werde auch angesichts des wachsenden Anteils von Kindern mit ausländischen Wurzeln immer wichtiger.