Das sächsische Kultusministerium will das geplante Arbeitszeitmodell für Lehrerinnen und Lehrer ab Sommer 2024 mit einer großangelegten Studie vorbereiten. Wie Kultusminister Christian Piwarz (CDU) auf Anfrage sagte, soll die Studie zeitlich ein ganzes Jahr laufen und nach der Hälfte ein Zwischenergebnis bringen. «Erst danach wird man sehen, welche Spielräume es für Arbeitszeitkonten gibt beziehungsweise welche Spielräume vorhanden sind, um kurzfristig mehr Lehrer für den Unterricht zu bekommen.» Sachsen stehe dabei im positiven Sinne deutschlandweit unter Beobachtung. Denn auch andere Bundesländer seien an den Ergebnissen interessiert.
Um die Unterrichtsversorgung zu gewährleisten, schwebt Piwarz ein Arbeitszeitkontenmodell für Lehrer bis zum Alter von 55 Jahren vor. Eine befristete Erhöhung des Unterrichtskontingents pro Woche könnte für Lehrer finanziell ausgeglichen oder später durch weniger Arbeitszeit «abgebummelt» werden. Auf diese Weise erhofft sich das Kultusministerium mehr Flexibilität. Akute Spitzen könnten durch Mehrarbeit kompensiert und in Jahren mit weniger Schülerzahlen das gesamte Arbeitsvermögen reduziert werden, ohne Lehrer entlassen zu müssen: «Dazu wären die Arbeitszeitkonten ideal geeignet. Sie sind auch eine moderne Form, Lebensarbeitszeit individuell zu planen.»