Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Bautzen News

Stadt Bautzen stärkt lebensrettende Infrastruktur: Defibrillator-Netz ausgebaut

Stadt Bautzen stärkt lebensrettende Infrastruktur: Defibrillator-Netz ausgebaut
Sarah Liebsch, Geschäftsführerin Erste-Hilfe-Schule Oberlausitz und Karsten Vogt, Oberbürgermeister Bautzen / Foto: Stadtverwaltung Bautzen
Von: Uwe Tschirner
Bautzen baut die Notfallversorgung weiter aus und schafft mit neuen Defibrillator-Standorten mehr Sicherheit im öffentlichen Raum. Die Geräte sind rund um die Uhr erreichbar und sollen im Ernstfall wertvolle Minuten sparen.

Mehr Sicherheit im Alltag durch schnell verfügbare Hilfe

Die Stadt Bautzen hat ihr Netz an Defibrillatoren deutlich erweitert und setzt damit ein klares Zeichen für eine verbesserte Notfallversorgung. Angesichts des demografischen Wandels und einer älter werdenden Bevölkerung gewinnen automatisierte externe Defibrillatoren, kurz AED, immer mehr an Bedeutung. Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den häufigsten medizinischen Notfällen – und gerade dann entscheidet oft jede Minute.

Mit der Installation neuer Geräte reagiert die Kommune auf diese Entwicklung und schafft zusätzliche Anlaufstellen für den Ernstfall. Ziel ist es, die Zeit bis zum Beginn lebensrettender Maßnahmen möglichst kurz zu halten und Bürgerinnen und Bürgern im Notfall eine schnelle Orientierung zu geben.

Mehr aus dieser Kategorie

Defibrillatoren rund um die Uhr öffentlich zugänglich

Ein besonderer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der freien Zugänglichkeit der Geräte. Defibrillatoren sollten nach Möglichkeit jederzeit erreichbar sein, denn ein medizinischer Notfall kennt weder Öffnungszeiten noch Wochentage. Deshalb wurden die neuen AED an gut sichtbaren Außenfassaden städtischer Gebäude angebracht.

Die Geräte befinden sich in beheizten und beleuchteten Wandschränken, sodass sie auch bei schwierigen Witterungsbedingungen einsatzbereit und schnell auffindbar bleiben. Diese Lösung soll sicherstellen, dass auch Passantinnen und Passanten ohne besondere Vorkenntnisse im Notfall rasch handeln können.

Neue Standorte in Bautzen und den Ortsteilen

Zusätzlich zum bereits vorhandenen Defibrillator im Gewandhaus wurden von Anfang bis Mitte Mai mehrere neue Standorte im Stadtgebiet und in den Ortsteilen eingerichtet. Die Geräte hängen nun an folgenden Orten:

  • Bibliothek/Archiv Schloßstraße
  • Museum Bautzen
  • Turnhalle OS Gesundbrunnen
  • Freiwillige Feuerwehr Kleinwelka
  • Freiwillige Feuerwehr Salzenforst
  • Freiwillige Feuerwehr Stiebitz
  • Freiwillige Feuerwehr Niederkaina

Damit verteilen sich die lebensrettenden Geräte besser über das Stadtgebiet. Die Auswahl der Standorte trägt dazu bei, sowohl im Zentrum als auch in den Ortsteilen eine schnellere Verfügbarkeit zu ermöglichen.

Bessere Vernetzung für den Ernstfall

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Registrierung der Defibrillatoren beim Verein Region der Lebensretter e.V.. Dadurch sind die Standorte in Notfall-Apps und Leitstellen hinterlegt und können im Einsatzfall schneller gefunden werden. Ersthelferinnen und Ersthelfer werden gezielt zum nächstgelegenen Gerät geführt, was die Versorgung Betroffener deutlich beschleunigen kann.

Die bessere digitale Einbindung unterstützt zudem die Koordination der Einsatzkette. So entsteht ein System, das im Ernstfall nicht nur auf das Gerät selbst setzt, sondern auch auf eine schnelle und verlässliche Vernetzung aller Beteiligten.

Investition in Vorsorge und Ehrenamt

Für die Maßnahme hat die Stadt rund 40.000 Euro vorgesehen. Darin enthalten sind die Kosten für Anschaffung, Installation sowie Wartung und Betrieb über einen Zeitraum von fünf Jahren. Umgesetzt wurde das Projekt in Zusammenarbeit mit der Erste-Hilfe-Schule Oberlausitz, die bei der praktischen Realisierung unterstützt hat.

Zusätzlich ist bereits die Installation von zwei weiteren Geräten geplant, möglich gemacht durch eine Spende. Damit wird deutlich, dass die Stärkung der Notfallinfrastruktur in Bautzen nicht nur eine kommunale Aufgabe ist, sondern auch durch bürgerschaftliches Engagement getragen wird.

Ein Schritt mit langfristiger Wirkung

Der Ausbau des Defibrillator-Netzes ist mehr als eine technische Maßnahme. Er ist ein Beitrag zu mehr öffentlicher Sicherheit und zu einer Stadt, in der schnelle Hilfe besser erreichbar ist. Gerade bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand kann ein früh eingesetzter AED die Überlebenschancen erheblich verbessern.

Bautzen schafft damit zusätzliche Voraussetzungen dafür, dass im Notfall schneller gehandelt werden kann. Die neuen Standorte verbinden Sichtbarkeit, Zugänglichkeit und digitale Vernetzung – ein Ansatz, der im Ernstfall Leben retten kann.

Uwe Tschirner
Artikel von

Uwe Tschirner

Uwe Tschirner ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.

Social Media