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Sonderkreistag beschließt Zuschuss für Geburtshilfe in Kamenz

Sonderkreistag beschließt Zuschuss für Geburtshilfe in Kamenz
Symbolfoto pixabay cynthia_groth
Von: Uwe Tschirner
Der Kreistag Bautzen hat in einer Sondersitzung einen Betriebskostenzuschuss für die Kamenzer Klinik beschlossen, um die Geburtshilfe vorerst zu erhalten. Finanziert werden soll die Maßnahme durch Kürzungen im ÖPNV-Angebot an Wochenenden und in den Ferien.

Kreistag schafft kurzfristig finanzielle Hilfe für Kamenz

Der Kreistag Bautzen hat am Sonntag, 31. Mai 2026, in einer Sondersitzung einen Betriebskostenzuschuss für die private St. Johannes Krankenhaus GmbH Kamenz beschlossen. Mit dem Geld soll die Geburtshilfe am Krankenhaus erhalten bleiben, zunächst längstens bis zum 31. Dezember 2026. Die Beschlussfähigkeit war mit 48 Mitgliedern des Kreistages gegeben.

Für den Zuschuss können bis zu 500.000 Euro bereitgestellt werden. Nach Angaben aus der Sitzung soll die Unterstützung in sieben gleichen Raten ausgezahlt werden, sofern die notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind. Ziel ist es, die Schließung der Geburtsstation zunächst auszusetzen und Zeit für weitere Gespräche zu gewinnen.

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Gespräche mit Land und Klinik als Auslöser für die Sondersitzung

Die Sondersitzung war kurzfristig von der BSW-Fraktion beantragt worden. Anlass waren die am Freitag geführten Gespräche von Landrat und Erstem Beigeordneten mit der Sozialministerin sowie dem Präsidenten der Landesdirektion. Hintergrund war die für den 31. Mai 2026 angekündigte Schließung der Kamenzer Klinik.

Aus dem Ministerium hieß es am Freitag bereits, dass die Versorgungssicherheit im Landkreis Bautzen nach einer ersten Prüfung als gesichert gelte. Verweis wurde dabei auf die Schwerpunktversorger in Bautzen und Hoyerswerda genommen. Deshalb sei ein Eingreifen des Freistaats in Form einer Anordnung zum Erhalt des Angebots nicht möglich gewesen. Eine solche Anordnung wäre zudem nicht an die private Klinik, sondern an den Landkreis gerichtet worden.

Landrat verweist auf neue Zusage der Krankenhausleitung

Landrat Udo Witschas berichtete den Kreisräten in der Sondersitzung von einer erneuten Abstimmung mit der Geschäftsleitung des Krankenhauses am Samstag. Danach sei die Klinik im Fall eines monatlichen Betriebskostenzuschusses bereit, die Schließung der Geburtshilfe möglichst bis Ende des Jahres aufzuschieben. Diese Rückmeldung habe die Grundlage für den Beschluss geschaffen.

In der Debatte im Kreistag wurde das Vorgehen teils kontrovers bewertet. Rund 30 Besucherinnen und Besucher verfolgten die Sitzung im Kreistagssaal des Landratsamtes Bautzen. Am Ende stimmten 43 Kreisräte für den Antrag, fünf enthielten sich, Gegenstimmen gab es keine.

ÖPNV-Kürzungen sollen den Zuschuss finanzieren

Die Finanzierung des Betriebskostenzuschusses soll über die Streichung freiwilliger Leistungen erfolgen. Konkret betrifft das den öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis Bautzen. Ab Juli 2026 soll das Angebot im Wochenend- und Ferienverkehr reduziert werden. Insgesamt muss dafür etwa ein Viertel des Angebots wegfallen.

Welche Linien, Strecken und Fahrten konkret betroffen sein werden, soll in den kommenden Tagen festgelegt werden. Der Kreistag beschloss, die Reduzierungen mit Wirkung zum 1. Juli 2026 umzusetzen. Die Maßnahme ist Teil eines Pakets, mit dem der Zuschuss für die Geburtshilfe gegenfinanziert werden soll.

Beschluss steht unter mehreren Bedingungen

Der beschlossene Text enthält mehrere Vorbehalte. So muss der Gesellschafter der St. Johannes Krankenhaus GmbH die Fortführung der Geburtshilfe unter den gesetzlichen Qualitätsstandards zusichern. Außerdem soll die Schließung der Geburtsstation ausgesetzt werden.

Zudem wird vorausgesetzt, dass das Sächsische Staatsministerium für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt den bisherigen Versorgungsauftrag für die Geburtshilfe aufrechterhält und die Leistungsgruppe auch künftig zuweist. Zusätzlich muss der Zuschuss beihilferechtlich geprüft werden. 

Wie es jetzt weitergeht

Der Landrat wurde beauftragt, die notwendigen Gespräche und Verhandlungen zu führen und eine entsprechende Vereinbarung abzuschließen. Der Kreistag soll regelmäßig über den weiteren Fortgang informiert werden. Für den Landkreis Bautzen bedeutet der Beschluss damit eine kurzfristige finanzielle Entlastung für die Geburtshilfe in Kamenz, aber auch spürbare Einschnitte im Nahverkehr.

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Uwe Tschirner

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