Die gebürtige Dresdnerin Eveline Günther kam als junge Dramaturgin 1982 vom Studium aus Prag ans Bautzener Theater und übernahm zehn Jahre später die Leitung der Dramaturgie. Über vierzig Jahre prägte sie das Deutsch-Sorbische Volkstheater entscheidend mit, kuratiert seit 2003 die ‚Lausitzer Literatur vorMittag‘, übersetzte Bühnenfassungen aus dem Tschechischen, schrieb eigene Stücke ("Die Weihnachtsgans Auguste"), arbeitete an Bühnenadaptionen („Die Mittagsfrau“, „Böhmisches Paradies“ u.a.) mit, führte die Stückeinführungen als feste Instanz ein und machte das Bautzener Theater über Jahrzehnte zu einem Ort geistvoller Vermittlung. Nun verabschiedet sich Eveline Günther in den Ruhestand. Ein Gespräch über vier Dekaden voller Bilder, Begegnungen und stiller Heldinnenarbeit hinter den Kulissen.
Sie kamen 1982 als junge Dramaturgin nach Bautzen, haben die Wende erlebt, in dieser Zeit am "Runden Tisch" gesessen und das Haus neu ausgerichtet. Welche Inszenierung oder Begegnung aus dieser Zeit zeigt für Sie am besten, was Theater in Umbruchsituationen leisten kann?