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Carlo Masala spricht in Bautzen über einen möglichen russischen Sieg

Carlo Masala spricht in Bautzen über einen möglichen russischen Sieg
Foto: Christoph Busse
Von: Uwe Tschirner
Am 5. Juni 2026 kommt der Sicherheitsexperte Carlo Masala zu den Bautzener Reden in den Dom St. Petri. Sein Vortrag „Wenn Russland gewinnt“ fragt nach den Folgen eines russischen Sieges für Deutschland, Europa und die internationale Ordnung.

Der Krieg in der Ukraine prägt Europas Sicherheitspolitik wie kaum ein anderes Ereignis der vergangenen Jahre. Seit mehr als vier Jahren hält der russische Angriffskrieg die internationale Gemeinschaft in Atem, verändert politische Prioritäten und verschärft die Debatte über Verteidigung, Abschreckung und die Zukunft der europäischen Friedensordnung. Welche Folgen ein russischer Sieg hätte, steht im Mittelpunkt eines Vortrags von Carlo Masala am Freitag, 5. Juni 2026, im Dom St. Petri in Bautzen. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und ist Teil der Reihe „Bautzener Reden“.

Unter dem Titel „Wenn Russland gewinnt“ will der renommierte Politikwissenschaftler und Sicherheitsexperte der Frage nachgehen, welche Auswirkungen ein Erfolg Moskaus auf Deutschland, Europa und die internationale Sicherheitsarchitektur haben könnte. Gerade angesichts der anhaltenden Kämpfe in der Ukraine, der fortgesetzten Angriffe auf Städte und Infrastruktur sowie der militärischen und politischen Spannungen in Europa verspricht der Abend eine Einordnung mit hoher Aktualität. Masala gehört seit Beginn des Krieges zu den meistgefragten Stimmen in der deutschen Debatte über Sicherheitspolitik. Mit seinen Analysen ordnet er nicht nur die Lage an der Front ein, sondern auch die strategischen Konsequenzen für die NATO, die Europäische Union und die Rolle Deutschlands. Die Ukraine befindet sich trotz internationaler Unterstützung weiterhin in einem zermürbenden Abnutzungskrieg. Russland kontrolliert große Teile der besetzten Gebiete im Osten und Süden des Landes, während die ukrainische Seite mit neuen militärischen Strategien und moderner Drohnentechnik versucht, gegenzuhalten.

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Für viele europäische Staaten stellt sich längst nicht mehr nur die Frage nach der militärischen Lage in der Ukraine, sondern nach den langfristigen Folgen für die eigene Sicherheit. Verteidigungsfähigkeit, Aufrüstung, Bündnistreue und die Stabilität der europäischen Friedensordnung stehen seither verstärkt auf der politischen Agenda. Carlo Masala ist Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit internationalen Konflikten, Sicherheitsfragen und geopolitischen Entwicklungen. Ein breites Publikum kennt ihn auch durch Fernsehauftritte, Interviews, Gastbeiträge und den Podcast „Sicherheitshalber“. Seine Einschätzungen stoßen regelmäßig bundesweit auf Resonanz und tragen dazu bei, sicherheitspolitische Zusammenhänge verständlich zu machen. In Bautzen wird er nun darüber sprechen, welche Risiken ein russischer Sieg für die europäische Ordnung bedeuten könnte und welche Lehren daraus für die kommenden Jahre zu ziehen wären. Veranstalter der Reihe ist die Initiative Bautzen gemeinsam, die mit den „Bautzener Reden“ seit mehreren Jahren einen Ort für gesellschaftlichen Austausch, demokratische Debatten und kontroverse Diskussionen schaffen will. Die überparteiliche Initiative entstand Ende 2021 und wird von engagierten Bürgerinnen und Bürgern aus Wirtschaft, Kultur, Bildung und Kirche getragen. Gemeinsam mit dem Ökumenischen Domladen Bautzen organisiert sie regelmäßig Veranstaltungen, bei denen Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft aktuelle Fragen aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. Dabei geht es den Organisatoren ausdrücklich nicht um schnelle Antworten, sondern um Dialog, Perspektivwechsel und den respektvollen Austausch von Argumenten. Im Anschluss an den Vortrag ist eine Diskussion mit dem Referenten vorgesehen. Zudem wird ein Büchertisch eingerichtet, an dem Publikationen von Carlo Masala erhältlich sein werden. Der Eintritt ist frei, Spenden zur Unterstützung der Reihe sind erbeten. Die Mittel helfen dabei, weitere Veranstaltungen zu finanzieren und das Format langfristig fortzuführen.

Monatlich besuchen zwischen 150 und 300 Gäste die Bautzener Reden, die sich inzwischen weit über die Region hinaus etabliert haben. Mit dem Abend am 5. Juni leitet die Reihe zugleich die Sommerpause ein. Weiter geht es am 4. September mit der Politikwissenschaftlerin Julia Reuschenbach, die in Bautzen über „Debattenkultur in Deutschland“ sprechen wird. Sie forscht zu Parteien, Wahlen, Demokratie und politischer Kommunikation und veröffentlichte 2024 gemeinsam mit dem Deutschlandfunk-Journalisten Korbinian Frenzel das Buch „Defekte Debatten. Warum wir als Gesellschaft besser streiten müssen“. Für die Veranstalter ist auch dieser Termin Teil des Bemühens, zentrale gesellschaftliche Fragen sichtbar zu machen und das Gespräch darüber in die Öffentlichkeit zu tragen. 

Uwe Tschirner
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Uwe Tschirner

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