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Bautzen eröffnet Sagenpfad – Stadtgeschichte neu erleben

Bautzen eröffnet Sagenpfad – Stadtgeschichte neu erleben
Riese Sprejnik am Postplatz Bautzen / Foto: Stadtverwaltung Bautzen
Von: Uwe Tschirner
Mit dem neuen Bautzener Sagenpfad verknüpft die Stadt historische Innenstadt, sorbische Sagenwelt und moderne Erlebnistour. Zehn Stationen laden dazu ein, Bautzen auf eigene Faust neu zu entdecken.

Bautzen verbindet Stadtgeschichte und Sagenwelt

Die Stadt Bautzen hat ihr touristisches Angebot um ein neues Format erweitert, das Geschichte, Kultur und Erlebnis auf besondere Weise zusammenführt. Mit dem Bautzener Sagenpfad wird die historische Innenstadt zu einem Rundgang voller Geschichten, Figuren und Orte, an denen sich die Vergangenheit der Stadt mit dem reichen Sagenschatz der Oberlausitz verbindet. Das Projekt richtet sich an Einheimische ebenso wie an Gäste und soll dazu einladen, Bautzen eigenständig und aufmerksam zu erkunden.

Unter dem Motto „Bautzen sagenhaft erleben“ führt die Tour durch das Stadtzentrum und macht an ausgewählten Punkten Halt. Begleitende Audioinhalte, die über die SmartGuide-App oder im Browser via Audoria abrufbar sind, ergänzen den Rundgang. So entsteht eine moderne Erlebnistour, die historische Inhalte niedrigschwellig und anschaulich vermittelt.

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Zehn Stationen von der Innenstadt bis zur Alten Wasserkunst

Der Sagenpfad umfasst zehn Stationen, darunter den Postplatz, den Kornmarkt, den Hauptmarkt, die Alte Wasserkunst und den Burgwasserturm. Ein begleitender Stadtplan erleichtert die Orientierung und macht die Route durch die Innenstadt auf einen Blick nachvollziehbar. An jeder Station treffen Besucher auf künstlerisch gestaltete Bronze-Figuren und Informationstafeln mit QR-Codes, die zusätzliche Inhalte freischalten.

Zu den bekannten Sagenfiguren gehören der Riese Sprejnik, Ritter Dutschmann und der Räuberhauptmann Karasek. Die Erzählungen verbinden die Sagen der Oberlausitz mit der Stadtgeschichte Bautzens und geben zugleich Einblicke in Handel, Handwerk und das Leben entlang alter Handelswege. Damit wird die historische Innenstadt nicht nur erklärt, sondern auch erlebbar gemacht.

Ein Projekt aus Beteiligung und Zusammenarbeit

Die Idee für den Sagenpfad entstand 2024 im Rahmen eines Beteiligungsprozesses des Innenstadtmanagements. In der Folge wurde das Vorhaben gemeinsam mit Verwaltung, lokalen Akteuren und Fachpartnern weiterentwickelt. Ziel war es, die Innenstadt nachhaltig zu beleben, die Aufenthaltsqualität zu steigern und neue Impulse für Handel, Tourismus und Freizeit zu setzen.

Für die Stadt ist das Projekt daher mehr als ein kulturelles Angebot. Es soll die Besucherfrequenz erhöhen, die Verweildauer in der Innenstadt verlängern und dazu beitragen, dass innerstädtische Angebote stärker genutzt werden. Der Sagenpfad wird damit auch als Instrument der Wirtschaftsförderung verstanden.

Stimmen aus Stadt, Land und Kultur

Zur offiziellen Eröffnung betonte die sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus, Barbara Klepsch, die enge Verbindung zwischen dem sorbischen Sagenschatz, der sorbischen Sprache und Kultur sowie der touristischen Entwicklung in der Lausitz. Das Projekt zeige, wie regionale Besonderheiten zur kulturellen Identität und zugleich zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen können.

Auch Oberbürgermeister Karsten Vogt hob die Bedeutung des neuen Angebots hervor. Der Sagenpfad sei ein wichtiger Baustein für die Entwicklung der Innenstadt und des Tourismus. Bereits vor der offiziellen Eröffnung hätten die Figuren Aufmerksamkeit und Neugier geweckt.

Förderung und Umsetzung

Finanziert wurde das Vorhaben durch verschiedene Fördermittel und städtische Eigenanteile. Dazu zählen 40.000 Euro Preisgeld aus dem Wettbewerb „Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen“ 2024, LEADER-Mittel in Höhe von 30.000 Euro, weitere 11.500 Euro aus dem Sorbischen Kommunalprogramm sowie Mittel aus dem Haushalt der Stadt Bautzen.

Die Umsetzung steuerte die Stabsstelle Wirtschaftsförderung der Stadt Bautzen. Konzeption, Gestaltung und Inhalte entwickelte Julian Kamphausen vom „Studio für unendliche Möglichkeiten“. Die Figuren wurden von der Kunstguss- und Bildhauerei GEBR Ihle Dresden gefertigt. Unterstützt wurde das Projekt von zahlreichen Partnern aus Tourismus, Kultur und Innenstadt, darunter das Sorbische Institut, die Domowina sowie das Innenstadtmanagement.

Mit dem Bautzener Sagenpfad setzt die Stadt ein klares Zeichen für eine lebendige und erlebnisorientierte Innenstadtentwicklung. Das neue Angebot verbindet Kultur und Stadtgeschichte mit einem modernen Tourismusansatz – und lädt dazu ein, Bautzen auf sagenhafte Weise neu zu entdecken.

Uwe Tschirner
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Uwe Tschirner

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