Es gibt Spieler, bei denen die Zahlen die Sache erledigen. Hans-Jürgen Kreische war einer davon — und gleichzeitig jemand, bei dem das allein nicht reicht. 127 Tore in 234 Oberligaspielen für Dynamo Dresden, dazu 17 Treffer in 37 Europapokalspielen, 25 Länderspieltore für die DDR, viermal Torschützenkönig der Oberliga. Mit 262 Torbeteiligungen ist er noch immer der unangefochtene Topscorer der Vereinsgeschichte. Kein Spieler kam ihm seither auch nur annähernd nahe. In der Nacht vom 31. März auf den 1. April 2026 ist Hans-Jürgen Kreische im Alter von 78 Jahren verstorben.
Kreische war Dresdner durch und durch — auch wenn das Schicksal das zunächst anders geplant hatte. Sein Vater Hans Kreische, selbst Fußballer beim Dresdner SC und später bei Dynamo, schleppte die Familie nach West-Berlin und Heidelberg, bevor es die Mutter 1954 zurück nach Dresden drängte. Zehn Jahre alt war „Hansi" da. Er meldete sich bei der SGD an, durchlief den Nachwuchs und debütierte am 29. November 1964 in Leipzig. Er schoss — natürlich — in der 90. Minute sein erstes Tor.