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Nach Gewalt-Eskalation gegen Hertha: DFB sperrt Dynamo-K-Block und verhängt hohe Geldstrafen

Nach Gewalt-Eskalation gegen Hertha: DFB sperrt Dynamo-K-Block und verhängt hohe Geldstrafen
(Foto: Privataufnahme)
Von: 1953 Update

Sportgericht greift durch

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes hat nach den massiven Ausschreitungen beim Zweitliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC harte Strafen gegen beide Vereine ausgesprochen. Besonders Dynamo Dresden trifft das Urteil empfindlich: Neben einer hohen Geldstrafe wird auch der berüchtigte K-Block im Rudolf-Harbig-Stadion gesperrt.

Grund für die drastischen Maßnahmen sind die schweren Vorfälle beim Duell am 4. April 2026 in Dresden. Laut DFB wurden im Dynamo-Block insgesamt 27 pyrotechnische Gegenstände gezündet. Im Hertha-Block sollen mindestens 30 pyrotechnische Gegenstände sowie mindestens fünf Feuerwerksbatterien abgebrannt worden sein. Bereits zu Spielbeginn musste die Partie deshalb für mehrere Minuten unterbrochen werden.

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Platzsturm, Pyrotechnik und 17 Verletzte

Im weiteren Verlauf eskalierte die Situation komplett. Nach Angaben des DFB schlugen Berliner Anhänger zunächst ein Loch in die Plexiglas-Abtrennung des Gästebereichs, wodurch ein Wechsel zwischen Steh- und Sitzplatzbereich möglich wurde. Wenig später begaben sich Hertha-Fans in den Innenraum sowie in angrenzende Blöcke mit Dynamo-Anhängern. Dort kam es zu massiven körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Fans und Ordnern.

Kurz darauf stürmten mindestens 60 Dynamo-Anhänger aus dem K-Block über das Spielfeld in Richtung Gästeblock. Laut Urteil wurden dabei Bengalische Feuer und Raketen gezielt auf Berliner Anhänger geschossen. Mehrere pyrotechnische Gegenstände landeten im Gästeblock oder im Innenraum vor dem Block, wo sich zahlreiche Personen aufhielten. Auch Berliner Anhänger warfen Pyrotechnik gezielt in Richtung Dresdner Fans.

Erst durch das Eingreifen zahlreicher Polizeikräfte konnte die Situation unter Kontrolle gebracht werden. Insgesamt wurden mindestens 17 Personen verletzt. Die Partie war aufgrund der Vorfälle insgesamt 19 Minuten unterbrochen.

K-Block beim nächsten Heimspiel geschlossen

Das DFB-Sportgericht belegte Dynamo Dresden wegen zweier Fälle unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger mit einer Geldstrafe in Höhe von 91.200 Euro. Bis zu 30.400 Euro davon darf der Verein für eigene Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen verwenden.

Zusätzlich müssen bei den nächsten zwei Heimspielen nach Rechtskraft des Urteils die Blöcke K1 bis K5 geschlossen bleiben. Allerdings wurde eine dieser beiden Sperren zur Bewährung ausgesetzt. Bedeutet: Aktuell bleibt der K-Block sicher für das erste Heimspiel geschlossen. Sollte es bis zum 30. Juni 2027 erneut zu vergleichbaren schweren Vorfällen kommen, kann auch die zweite ausgesetzte Sperre vollstreckt werden.

Auch Hertha BSC wurde vom DFB-Sportgericht bestraft. Die Berliner müssen eine Geldstrafe in Höhe von 152.000 Euro zahlen. Bis zu 50.500 Euro davon dürfen ebenfalls für Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen genutzt werden.

DFB verhängt weitere Auflagen – Dynamo legt Einspruch ein

Zusätzlich ordnete das Sportgericht weitere Sicherheitsmaßnahmen gegen beide Vereine an. Dynamo Dresden und Hertha BSC müssen gemeinsam mit der Sicherheitsabteilung des DFB ein neues Sicherheitskonzept erarbeiten.

Außerdem dürfen bei den nächsten beiden direkten Duellen beider Teams nur noch 50 Prozent des üblichen Gästekontingents vergeben werden. Sämtliche Gästetickets müssen personalisiert werden. Zusätzlich müssen beide Vereine bei Auswärtsspielen mindestens 30 eigene qualifizierte Ordnungskräfte einsetzen.

Dynamo Dresden kündigte bereits Einspruch gegen das Urteil an. Geschäftsführer Stephan Zimmermann erklärte, man wolle vor dem vollbesetzten Sportgericht „Gehör finden“ und die eigenen Präventionsmaßnahmen persönlich darstellen. Besonders den Teilausschluss von Zuschauern sieht der Verein kritisch.

(DS)

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