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Neues Forschungsprojekt: Das Ende des Lebens selbst gestalten

Hände, die ein Leben erzählen – das Projekt KOMPASS 70+ will älteren Menschen helfen, ihr Lebensende selbst zu gestalten. © pixabay/Sabine van Erp
Hände, die ein Leben erzählen – das Projekt KOMPASS 70+ will älteren Menschen helfen, ihr Lebensende selbst zu gestalten. © pixabay/Sabine van Erp

Wie gelingt ein würdevolles Altern und Lebensende? Das Projekt KOMPASS 70+ der Volkssolidarität Dresden und der Evangelische Hochschule erforschen es gemeinsam.

Wer kümmert sich um mich, wenn ich es selbst nicht mehr kann? Und wie soll das Ende meines Lebens aussehen? Diese Fragen stellen sich viele Menschen. Häufig erst dann, wenn eine Krise eintritt. Ein neues Projekt in Dresden will das ändern.

Seit Januar 2026 läuft „KOMPASS 70+", getragen von der Volkssolidarität Dresden. Die Evangelische Hochschule Dresden (ehs) begleitet das Projekt wissenschaftlich. Das Ziel der Projektpartner: Ältere Menschen sollen sich frühzeitig und selbstbestimmt mit ihrer letzten Lebensphase beschäftigen können. Dabei geht es nicht um Bürokratie oder Angst, sondern um Würde und Selbstbestimmung.

Das Projekt bietet Beratung und Bildungsangebote an, die leicht zugänglich sind. Außerdem soll eine vorausschauende Gesundheitsplanung helfen, eigene Wünsche früh festzuhalten. Durchgeführt wird es gemeinsam mit der Volkssolidarität Dresden gGmbH und der JOSUA Palliativzentrum Dresden GmbH. Ein Palliativzentrum ist eine Einrichtung, die schwerstkranke und sterbende Menschen begleitet und versorgt.

Was die Wissenschaft untersucht

Prof. Dr. Irén Horváth und Petra Gierer von der ehs wollen parallel herausfinden, wie die Angebote in der Praxis wirken – bei älteren Menschen, bei ihren Familien und im gesamten Stadtteil. Dabei nutzen sie sowohl Gespräche und Beobachtungen als auch Zahlen und Befragungen. Die Senioren selbst sind damit Teil des Forschungsprozesses. Sie werden nicht nur befragt, sondern aktiv eingebunden.

Die Ergebnisse sollen am Ende konkrete Empfehlungen liefern, damit erfolgreiche Angebote dauerhaft bestehen bleiben. Auch wissenschaftliche Veröffentlichungen sind geplant, die die gesellschaftliche Debatte über ein würdevolles Lebensende voranbringen sollen.

Vernetzung als Schlüssel

„KOMPASS 70+" setzt nicht nur auf Einzelberatung. Das Projekt will auch Netzwerke in den Stadtteilen stärken. Es möchte Menschen, Einrichtungen und Dienste miteinander verbinden. Denn ein gutes Leben im Alter gelingt selten allein. Gefördert wird das Vorhaben von der Stiftung Lebendige Stadt. 

„Hilfe leisten ist das Credo der Volkssolidarität seit über 80 Jahren", sagt Vorstand Christian Seifert von der Volkssolidarität Dresden. "Unser Anspruch ist innovativster Anbieter quartiersbezogener Dienstleistungen in Dresden und darüber hinaus zu sein." Dafür hätte man mit der ehs und der Stiftung zwei starke Kooperationspartner für das Projekt gefunden.


Weitere Informationen:
Projekt-Webseite KOMPASS70+
Webseite des wissenschaftlichen Begleitprojekts der ehs

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