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Metallbeschichtung neu gedacht: Laser statt Schmelze

Spiralförmig aufgewickelt, per Laser verbunden: Das Dresdner Verfahren beschichtet Metallteile schneller und energiesparender als bisherige Methoden.
Metallband trifft Laser: Am Fraunhofer IWS Dresden entsteht so eine haltbare Schutzschicht direkt auf dem Bauteil. © Christoph Wilsnack/Fraunhofer IWS
Von: Wissensland
Ein Bagger, der länger hält. Eine Fabrik, die weniger Energie verbraucht. Das Fraunhofer IWS Dresden hat genau dafür eine Lösung. Mit dem neuen Laserdirektplattieren schützen Forscher Metallteile effektiver als bisher vor Verschleiß – und sparen dabei bis zu 90 Prozent Energie.

Jeder Bagger, jede Fabrikpresse, jede Windkraftanlage hat sie: Metallteile, die sich drehen, reiben und dabei langsam verschleißen. Damit sie länger halten, werden sie mit einer schützenden Metallschicht überzogen. Das kostet Zeit, Energie und Geld. Forschende des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik IWS in Dresden haben dafür nun ein deutlich effizienteres Verfahren entwickelt.

Das Verfahren heißt Laserdirektplattieren. Ein bandförmiges Metall wird spiralförmig um ein rundes Bauteil gewickelt, ähnlich wie ein Faden auf eine Spule. Ein Laser erwärmt nur die Kontaktstelle kurz, gleichzeitig wird das Band mit Druck angepresst. So verbinden sich die Metalle dauerhaft, ohne großflächig zu schmelzen. Das spart Energie und sorgt für eine so glatte Oberfläche, dass kaum Nacharbeit nötig ist.

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"Die schmelzflüssige Phase versuchen wir zu minimieren oder sogar zu vermeiden", erklärt Marko Seifert vom Fraunhofer IWS. "Wir aktivieren die Kontaktzone mit sehr wenig Energie und erreichen dadurch dichte, gleichmäßige Beschichtungen bei deutlich geringerer Prozesszeit."

Ein Hydraulikzylinder brauchte bisher rund 20 Stunden für die Beschichtung, mit dem neuen Verfahren nur noch etwa sechs. Der Energieverbrauch sinkt dabei um bis zu 90 Prozent. Das schont Kosten und Klima. Auch verschlissene Bauteile lassen sich gezielt wieder aufbauen, statt sie komplett zu ersetzen.

Neue Generation der Fertigung

Weltweit wird daran gearbeitet, Metallbeschichtungen effizienter zu machen. Gängige Verfahren erhitzen das Material stark oder schmelzen es vollständig auf. Mit hohem Energiebedarf und oft aufwendiger Nachbearbeitung. Das Dresdner Verfahren geht einen anderen Weg: Es kombiniert Laserenergie mit Druck und kommt mit deutlich weniger Hitze aus. Damit gehört es zu einer neuen Generation von Technologien, die Material sparen und sich leichter in industrielle Prozesse integrieren lassen.

Das Fraunhofer IWS hat das Verfahren zum Patent angemeldet und eine Pilotanlage aufgebaut, die Bauteile bis zu zwei Meter Länge verarbeitet und den Prozess vollständig kapselt. "Wir wollen Energie- und Kosteneffizienz in einem robusten Prozessfenster verdichten", sagt Seifert. Ziel ist es, das Verfahren in bestehende Produktionslinien zu integrieren und gleichbleibende Qualität auch bei großen Bauteilen zu erreichen. Die Forschenden arbeiten dafür bereits mit Industriepartnern zusammen.

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