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Klimakatastrophen treffen arme Regionen besonders hart

Gleicher Sturm, unterschiedliches Schicksal: Ob Menschen Klimakatastrophen überleben, hängt stark von ihrem Lebensumfeld ab.
Überschwemmungen und Stürme treffen ärmere Regionen besonders hart – das zeigt eine neue Studie aus Leipzig. © pixabay
Von: Wissensland
Nicht die Stärke einer Überschwemmung oder eines Sturms allein entscheidet über die Zahl der Opfer. Eine Leipziger Studie zeigt, dass Bildung, Gesundheit und Wohlstand oft einen größeren Einfluss darauf haben, wie stark Menschen von Klimakatastrophen betroffen sind.

Ein verheerender Sturm trifft zwei Regionen gleich stark. In der einen sterben wenige Menschen. In der anderen sterben viele. Warum? Die Antwort liegt nicht allein im Auftreten solcher Klimakatastrophen.

Forschende der Universität Leipzig haben mehr als 7.000 wetter- und klimabedingte Katastrophen zwischen 1990 und 2020 ausgewertet. Ob Menschen eine Überschwemmung oder einen Wirbelsturm überleben, hängt laut der Untersuchung nicht nur von der Stärke des Ereignisses ab, sondern auch davon, wie gut die Lebensbedingungen in ihrer Region sind.

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Lebensbedingungen spielen wichtige Rolle

Als Maßstab nutzt die Studie den sogenannten Index der menschlichen Entwicklung. Dieser Wert berücksichtigt unter anderem Bildung, Gesundheit und Einkommen. Die Auswertung zeigt große Unterschiede. Bei Stürmen ist das Sterberisiko in Regionen mit niedrigem Entwicklungsstand mehr als achtmal so hoch wie in Regionen mit sehr hohem Entwicklungsstand. Bei Überschwemmungen ist es dreimal so hoch.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass das Risiko, das für Menschen von Klimakatastrophen ausgeht, nicht nur davon abhängt, wie stark die Gefahr selbst ist. Es kommt auch darauf an, wer ihr ausgesetzt ist und unter welchen sozioökonomischen Bedingungen diese Menschen leben", sagt Khalil Teber, Hauptautor und Mitarbeiter am Institut für Erdsystemwissenschaften und Fernerkundung der Universität Leipzig.

Die Forschenden betrachteten nicht nur ganze Länder, sondern einzelne Regionen innerhalb der Länder. Dadurch konnten sie Unterschiede sichtbar machen, die in nationalen Durchschnittswerten oft verborgen bleiben. So zeigte sich, dass auch in Staaten wie Indien oder China der Wohnort darüber entscheidet, wie hart eine Klimakatastrophe die Menschen trifft. Wer in einer Region lebt, die schlechter dasteht als der Landesdurchschnitt, ist besonders gefährdet.

Was jetzt getan werden muss

In vielen Teilen der Welt ist die Gefährdung in Regionen mit niedrigem Entwicklungsstand in den vergangenen Jahrzehnten gesunken, weil sich die Lebensbedingungen verbessert haben. Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Katastrophenvorsorge können die Folgen von Extremereignissen deutlich verringern.

"Den Prognosen zufolge werden sich Klimagefahren in vielen Teilen der Welt weiter verschärfen", sagt Prof. Dr. Melanie Krause, die die Studie aus sozioökonomischer Perspektive begleitet hat. "Ihre humanitären Folgen sind jedoch nicht vollständig vorbestimmt. Investitionen in die menschliche Entwicklung, in die Infrastruktur und in die Vorsorge im Allgemeinen können Leben retten."

Laut der Forschenden ist es wichtig, genauer zu wissen, welche Regionen besonders von Klimakatastrophen gefährdet sind. Das könne helfen, Menschen besser vor den Folgen von Extremwetter zu schützen. An der Studie beteiligt waren auch das Leipziger Institut für Meteorologie, die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät sowie das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ).


Originalpublikaton:
Teber, K., Sippel, S., Krause, M. et al. Inequality in human development amplifies climate-related disaster risk. Nat Commun 17, 5067 (2026). 

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