Hochradioaktive Abfälle bleiben über extrem lange Zeiträume gefährlich. Weit länger, als es menschliche Zivilisationen bisher gibt. Wie lässt sich ein solches Erbe sicher lagern? Mit dieser Frage beschäftigen sich Forschende des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) und des Center for Advanced Systems Understanding (CASUS) in Görlitz. Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit fördert ihr Projekt MALEK mit rund 1,7 Millionen Euro.
MALEK steht für "Maschinelles Lernen für komplexe hydrologisch-geochemische Prozesse bei der Endlagerung im Kristallin". Vereinfacht gesagt geht es darum, vorherzusagen, wie sich radioaktive Stoffe tief im Gestein bewegen und verändern – über Zeiträume von bis zu einer Million Jahren.
Deutschland steht aktuell vor einer großen umweltpolitischen Aufgabe: der sicheren Endlagerung hochradioaktiver Abfälle. Auch nach dem Ausstieg aus der Kernenergie ist der bereits entstandene Müll weiterhin vorhanden und muss verantwortungsvoll gesichert werden. Derzeit läuft ein bundesweites Suchverfahren, um einen Standort zu finden, der den Atommüll dauerhaft und zuverlässig von Mensch und Umwelt abschirmt. Notwendig ist diese Suche, weil die vorhandenen Zwischenlager nur für eine begrenzte Zeit ausgelegt sind. Hochradioaktive Abfälle bleiben jedoch über sehr lange Zeiträume gefährlich, teilweise über Hunderttausende von Jahren.