Jede Menge Pferdestärken und lautstarker Protest: Landwirte sind am Mittwochvormittag mit Traktoren vor den Sächsischen Landtag gefahren, um gegen die verspätete Auszahlung von EU-Geldern zu protestieren. Mit einem Hupkonzert und Plakaten drückten sie ihren Unmut aus. Nach Angaben der Organisatoren waren 350 Traktoren in die Landeshauptstadt gerollt. Etwa 500 Landwirte hätten sich an dem Protest beteiligt, hieß es. Rund um den Landtag kam es zu Staus.
«Das ist nur die Spitze des Eisberges», sagte Marc Bernhardt, Sprecher des Vereins «Land schafft Verbindung» zu dem Protest. Man sei nicht nur wegen der Gelder aus Brüssel gekommen: «Das ist nur das i-Tüpfelchen an fachlichen Fehlentscheidungen der letzten Jahre.»
Am vergangenen Freitag hatte das Agrarministerium eingeräumt, wegen Problemen bei der Softwareanpassung EU-Mittel nicht wie üblich im Dezember auszahlen zu können. Vielmehr soll das Geld - rund 241 Millionen Euro für etwa 7000 Betriebe - spätestens Ende Februar fließen. Das Ministerium machte geltend, dass Regelungen zur Agrarpolitik der Europäischen Union grundlegend verändert wurden und es an IT-Fachkräften für die Softwareanpassungen fehle.