Der geplante Einstieg Chinas ins deutsche Stromnetz ist geplatzt. Anstelle des chinesischen Staatskonzerns SGCC übernimmt der belgische Betreiber Elia als Mehrheitseigner weitere Anteile am nordostdeutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz. Wie beide Unternehmen am Freitag mitteilten, macht Elia von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch. Die Belgier erhöhen damit ihren Anteil an 50Hertz auf 80 Prozent.
«Wir freuen uns, dass sich unser Mehrheitsgesellschafter Elia dazu entschlossen hat, die Kaufoption zu ziehen», sagte 50Hertz-Chef Boris Schucht. «Das ist ein starkes Signal, die Energiewende in Deutschland und auch in Europa weiter voranzubringen.»
Elia hält bislang 60 Prozent an dem Unternehmen, die übrigen 40 Prozent gehören dem australische Fonds IFM Investors. Die Australier wollen ihren Anteil jedoch halbieren. Elia zahlt nach eigenen Angaben 976,5 Millionen Euro für das Anteilspaket. Die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden wird bis Ende Juni erwartet.
Als im Februar zunächst der größte chinesische Konzern ankündigte, die Anteile zu übernehmen, löste das Unruhe in der Bundesregierung aus. Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig (SPD) erklärte, 50Hertz zähle zu den kritischen Infrastrukturen. Diese sind laut Gesetz von hoher Bedeutung für das Funktionieren des Gemeinwesens.