Zur Halbzeit der Spargelsaison klagen Anbaubetriebe in Sachsen über erhebliche Absatzprobleme. «Die Erntemengen und die Qualität sind gut», sagte der Geschäftsführer des Verbandes Ostdeutscher Spargelbauern, Frank Saalfeld, der Deutschen Presse-Agentur. Doch nehme der Handel weniger Ware ab und biete den Kunden vielmehr billigeren Spargel aus dem Ausland - etwa aus Griechenland und Marokko. Diese Entwicklung sei fast bundesweit zu beobachten und treffe auch die Betriebe in Sachsen. «Deswegen haben sie Flächen aus der Ernte genommen und Erntehelfer nach Hause schicken müssen.» Dennoch rechnet Saalfeld damit, dass bis 24. Juni Spargel in Sachsen gestochen wird, wenn auch in geringerem Umfang.
Nach seinen Beobachtungen versuchen viele Verbraucher angesichts von Preissteigerungen etwa bei Energie an anderer Stelle zu sparen. Das treffe den heimischen Spargel. Dabei lägen dessen Preise auf dem Vorjahresniveau, teils darunter. Der Trend sei auch an den Verkaufsständen zu spüren. «Die Kunden kommen an den Stand, gucken was es kostet und gehen wieder.» Etliche Betriebe hätten schon Stände wieder abgebaut, weil die nicht mehr rentabel gewesen seien. «Der Verkauf an Endkunden läuft schlecht», konstatierte der Experte. Besser sehe es für Betriebe mit eigener Gastronomie aus.