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Rund 9.800 Hitzetote in Deutschland 2026: Neue RKI-Zahlen

Hitzewelle
Symbolbild Thermometer / pixabay RosZie
Von: Thomas Wolf

In Deutschland sind im Sommer 2026 nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) bereits rund 9.800 Menschen an den Folgen von Hitze gestorben. Das geht aus dem aktuellen Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität hervor, den das Institut am 30. Juli 2026 für die Kalenderwoche 29 (13. bis 19. Juli) veröffentlicht hat. Damit seien in diesem Sommer bereits mehr Hitzetote geschätzt worden als in jedem einzelnen kompletten Jahr seit Beginn der Auswertung 2016. Besonders betroffen seien Menschen ab 75 Jahren.

Der größte Teil der Todesfälle gehe auf die extreme Hitze in der zweiten Junihälfte zurück, als vielerorts Temperaturen um 40 Grad gemessen wurden. Auf diese Phase entfielen nach RKI-Angaben mehr als 5.000 der geschätzten Sterbefälle. Auch die aktuelle Berichtswoche sei mit einer bundesweiten Wochenmitteltemperatur von 20,9 Grad überdurchschnittlich warm gewesen und habe damit über der kritischen Schwelle gelegen. Die Zahl beruhe auf einer statistischen Schätzung, weil Hitze auf dem Totenschein nur selten als eigentliche Todesursache eingetragen werde.

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Wie viele Menschen sind 2026 durch Hitze gestorben?

Der Bericht umfasst den Zeitraum von Anfang April bis zum 19. Juli 2026, also die Kalenderwochen 15 bis 29. In dieser Zeit seien deutschlandweit schätzungsweise 9.800 hitzebedingte Sterbefälle aufgetreten, so das RKI. Noch vor einer Woche, mit Daten bis zum 12. Juli, hatte die Schätzung bei rund 7.900 Fällen gelegen. Der Anstieg erklärt sich vor allem durch die zusätzliche heiße Berichtswoche, denn die Werte werden über den gesamten Sommer aufaddiert.

Geschätzte hitzebedingte Sterbefälle in Deutschland, Sommer 2026 (kumulativ bis 19. Juli, Kalenderwoche 29). Die Zahlen sind gerundet, deshalb ergeben die Altersgruppen nur ungefähr die Gesamtsumme. Quelle: RKI
Altersgruppe Geschätzte Sterbefälle
Gesamt 9.800
unter 65 Jahre 630
65 bis 74 Jahre 1.260
75 bis 84 Jahre 2.460
85 Jahre und älter 5.420

Wer ist besonders gefährdet?

Mit Abstand am stärksten betroffen seien alte und hochbetagte Menschen. Allein auf die Gruppe ab 85 Jahren entfielen rund 5.420 der geschätzten Sterbefälle, auf die 75- bis 84-Jährigen weitere 2.460. Zusammen macht das den weitaus größten Teil aller Fälle aus. Deutlich seltener treffe es jüngere Menschen: In der Gruppe unter 65 Jahren geht das RKI von rund 630 Fällen aus.

Absolut gesehen sterben nach Beobachtung des RKI mehr Frauen als Männer im Zusammenhang mit Hitze. Das liege jedoch nicht an einem grundsätzlich höheren Risiko, sondern vor allem am hohen Frauenanteil in den sehr alten Jahrgängen. Als Todesursache wirke Hitze nur in wenigen Fällen unmittelbar, etwa bei einem Hitzschlag. Meist sei es die Kombination aus Hitzebelastung und bestehenden Vorerkrankungen, die zum Tod führe.

Ab welcher Temperatur wird Hitze gefährlich?

Ein spürbarer Anstieg der Sterblichkeit werde nach Erfahrung des RKI meist ab einer Wochenmitteltemperatur von etwa 20 Grad sichtbar. Dieser Durchschnittswert berücksichtigt Tag und Nacht über eine ganze Woche hinweg. Grundlage der Auswertung seien Messdaten von 52 Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

In der Kalenderwoche 29 habe die bundesweite Wochenmitteltemperatur bei 20,9 Grad gelegen und damit über dieser Marke. In zwölf Bundesländern sei der Durchschnitt über 20 Grad gemessen worden. Das RKI weist zudem darauf hin, dass die tatsächlich beobachteten Sterbefallzahlen zeitweise über den reinen Hitze-Schätzungen lägen, weil das Modell nur die Wochenmitteltemperatur berücksichtige, einzelne Tage aber deutlich heißer gewesen seien. Deshalb solle ergänzend auch die allgemeine Übersterblichkeit betrachtet werden.

Warum ist 2026 ein Rekordjahr?

Die Zahl der Hitzetoten schwankt von Jahr zu Jahr stark, je nachdem wie ausgeprägt die Hitzeperioden ausfallen. Zum Vergleich: Der bisherige Höchstwert im Beobachtungszeitraum stammt aus dem Jahr 2018 mit rund 9.000 hitzebedingten Sterbefällen im gesamten Jahr. Diese Marke ist im Sommer 2026 bereits jetzt überschritten, obwohl die heiße Jahreszeit noch nicht vorbei ist und die Zahlen bis September weiter aktualisiert werden. Damit liegt 2026 schon nach den ersten Sommerwochen über jedem einzelnen kompletten Jahr seit Beginn der Auswertung 2016.

Was bedeutet das für Sachsen?

Der RKI-Bericht weist die Zahlen bundesweit aus. Zusätzlich stellt das Institut Schätzungen für die einzelnen Bundesländer bereit, sodass sich die Lage auch für Sachsen nachvollziehen lässt. Die grundlegenden Muster gelten überall gleich: Hitzeperioden treffen ältere Menschen, Pflegebedürftige und Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen am härtesten. Da Sachsen wie ganz Deutschland zunehmend heiße Sommer erlebt und einen hohen Anteil älterer Menschen hat, betrifft das Thema die Region unmittelbar. Wer sich über akute Gefahren informieren möchte, findet beim Deutschen Wetterdienst tagesaktuelle Hitzewarnungen für jeden Landkreis.

Wie schützt man sich bei Hitze?

Ärztinnen, Ärzte und Gesundheitsbehörden empfehlen bei hohen Temperaturen einige einfache Vorsichtsmaßnahmen. Besonders wichtig ist der Blick auf ältere Angehörige und Nachbarn, die eine beginnende Überhitzung oft selbst nicht bemerken.

  • Über den Tag verteilt ausreichend trinken, auch ohne starkes Durstgefühl.
  • Wohnräume morgens und nachts lüften und tagsüber abdunkeln.
  • Körperliche Anstrengung in die kühleren Morgen- und Abendstunden legen.
  • Leichte Kleidung tragen und die pralle Sonne meiden.
  • Regelmäßig bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen nachfragen, wie es ihnen geht.
  • Bei Schwindel, Verwirrtheit oder Kreislaufproblemen ärztliche Hilfe holen.

Häufige Fragen zu den RKI-Hitzezahlen

Wie viele Hitzetote gab es 2026 in Deutschland?

Das RKI schätzt für den Sommer 2026 bis zum 19. Juli (Stand 30. Juli 2026) rund 9.800 hitzebedingte Sterbefälle in Deutschland. Das ist mehr als in jedem kompletten Jahr seit 2016.

Warum sind vor allem alte Menschen betroffen?

Bei hochbetagten Menschen führt die Kombination aus großer Hitze und bestehenden Vorerkrankungen häufiger zum Tod. Der Körper kann die Temperatur schlechter regulieren, das Herz-Kreislauf-System wird zusätzlich belastet.

Ab welcher Temperatur wird Hitze gefährlich?

Ein messbarer Anstieg der Sterblichkeit zeigt sich laut RKI meist ab einer Wochenmitteltemperatur von etwa 20 Grad, also im Durchschnitt über Tag und Nacht einer ganzen Woche.

Quelle: Robert Koch-Institut, Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität, Kalenderwoche 29/2026, veröffentlicht am 30. Juli 2026 (an der Heiden M, Zacher B u. a., DOI 10.25646/14307). Die Angaben beruhen auf statistischen Schätzungen mit Prädiktionsintervallen und werden während der Sommermonate wöchentlich aktualisiert.

Thomas Wolf
Artikel von

Thomas Wolf

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