Geht von Dresden eine vereinende Wirkung aus? Der Deutsche Schachbund (DSB) hat bis in den Mai hinein öffentlich das Bild eines zerstrittenen Dachverbandes mit vielen unterschiedlichen Strömungen, Interessenslagen und gegenseitigen Eifersüchteleien abgegeben. Der Deutsche Schachgipfel, der seit Donnerstag und bis zum 26. Juli in Dresden ausgetragen wird, könnte daran einiges ändern.
Das glaubt und hofft zumindest der neue Verbands-Chef Paul Meyer-Dunker, der am 16. Mai in einer knappen Kampfabstimmung mit 116:114 Stimmen zum neuen DSB-Präsidenten gewählt worden war. "Strömungen und Lager", sagt der 34-Jährige auf Nachfrage von diesachsen.de, "sind große Worte. Am Ende hängen manche Sachen sehr an Personen. Ich glaube, jetzt wo wir die Dinge geklärt und auch einen Wechsel herbeigeführt haben, sind die Leute auch froh, wenn wir gute Turniere organisieren und den Sport gut repräsentieren."
Vom größten nationalen Schachereignis in Dresden, bei dem u.a. neun deutsche Meisterschaften im Congress Center ausgetragen werden, könnten also vereinende Impulse ausgehen. "Wenn der Schachgipfel gut läuft und wir insgesamt unseren Mitgliedern wieder mehr zuhören, ist das relativ schnell eine Sache der Vergangenheit. Am Ende des Tages hat der Schachsport alle Grundlagen, um sich hervorragend zu entwickeln", sagt der Politikwissenschaftler.