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Dresdner Schach-Skandal: Turnierorganisator Jordan verurteilt

Dresdner Schach-Skandal: Turnierorganisator Jordan verurteilt
Das Königliche Spiel und dessen Organisation hat bei einem Gerichtsprozess in Dresden einige Kratzer davongetragen.
Von: Alexander Hiller
Er holte 2008 die Schacholympiade nach Dresden. Nun wurde der 69-jährige Turnier-Organisator wegen Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr und wegen Untreue zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung verurteilt. Dennoch wirkt er danach irgendwie auch erleichtert.

Es ist für ihn eine schwere Niederlage, fühlt sich dennoch wie eine Erleichterung an. Seit nunmehr drei Jahren saß Dirk Jordan regelmäßig vor Gericht.

Das hat nun ein Ende. Denn der Gerichtsprozess gegen den deutschlandweit bekannten Dresdner Schach-Organisator Dirk Jordan gilt seit dem 27. April 2026 offiziell als beendet. Vor dem Landesgericht Dresden wurde der 69-Jährige am Montag zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Die Strafe wird für zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt. 

Die mitangeklagte Martina Jordan wurde zu einer Geldstrafe von 200 Tagessätzen zu je 40 Euro verurteilt. Zudem trägt Dirk Jordan zu fünf Sechsteln die Prozesskosten, Martina Jordan die Kosten ihrer Berufung zu zwei Dritteln. 

Jordan sitzt in schwarzem Sakko, dunklen Jeans und weißem Hemd auf der Anklagebank, seine Finger reiben unruhig ständig aneinander. Er nimmt das Urteil scheinbar reglos an. Doch in ihm arbeitet es unaufhörlich. Denn es geht auch um den bislang untadeligen Ruf des Schach-Organisators, der 2008 mit der Schacholympiade das Großereignis schlechthin im Königlichen Spiel nach Dresden geholt hatte. Sein Renommee ist nun mindestens angekratzt.  

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Beide Parteien verzichten auf Revision

Dabei hat er lange um sein Ansehen gekämpft. Zunächst wurde der Turnier-Organisator 2023 wegen Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr und Untreue sowie 2025 wegen Steuerhinterziehung verurteilt – jeweils vor dem Amtsgericht Dresden. Martina Jordan sollte wegen Steuerhinterziehung insgesamt eine Gesamtgeldstrafe von 14.500 Euro zahlen. 

Gegen beide Urteile hatte das Ehepaar Jordan Berufung eingelegt. Und dieser Berufungsprozess vor dem Landgericht ist nun beendet. Denn sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidiger der Jordans verkündeten am Montag direkt nach der Urteilsverkündung, dass sie auf eine Revision verzichten. Damit sind beide Urteile rechtskräftig und fallen geringer aus als die Summe der beiden Einzelurteile. 

Die mitangeklagte Martina Jordan wurde am Montag zu einer Geldstrafe von 200 Tagessätzen zu je 40 Euro verurteilt. Zudem trägt Dirk Jordan zu fünf Sechsteln die Prozesskosten, Martina Jordan die Kosten ihrer Berufung zu zwei Dritteln. Das Urteil des Landgerichts Dresden fasste dabei zwei Berufungsverfahren gegen das Ehepaar Jordan zusammen. 

Außergerichtliche Einigung mit Schachbund

Doch worum ging es überhaupt? Vereinfacht ausgedrückt hat Dirk Jordan als Organisator im Auftrag des Deutschen Schachbundes (DSB) bei der Austragung der deutschen Amateurmeisterschaft über Jahre hinweg sogenannte Kickbackzahlungen der gastgebenden Hotelketten erhalten und diese an den von ihm geführten Verein 64 Felder e.V. überweisen lassen. 

Gelder, die der DSB für sich beanspruchte und daraufhin eine Zivilklage gegen Jordan anstrengte, die beiden Verfahren wegen Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung waren die direkte Folge davon, während die Zivilklage ruhte. 

Auch die ist nun Geschichte. Denn hinter den Kulissen einigte sich Dirk Jordan mit dem DSB außergerichtlich. Bestandteil des Deals ist, dass Jordan über den Verein 64 Felder 69.150 Euro an den Verband zahlt und die Rückzahlungssumme aus Eigenmitteln auf 125.000 aufstockt. Denn die Untreue gegenüber dem DSB umfasst einen viel größeren Zeitraum als die noch justiziable Spanne von 2014 bis 2018. 

„Uns war wichtig, dass wir alle juristischen Dinge ad acta legen können“, sagte Dirk Jordan auf Nachfrage. An einem der zurückliegenden Prozesstage hatte der Dresdner Schach-König betont, dass das Verfahren ihn und seine Frau mental enorm mitnahm. "Das ist äußerst belastend für mich und meine Frau", sagt er damals. 

Diesen psychischen Ballast ist die Familie Jordan nun los. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidiger der Jordans verkündeten am Montag nach der Urteilsverkündung, dass sie auf eine Revision verzichten. Damit sind beide Urteile rechtskräftig und fallen geringer aus als die Summe der beiden Einzelurteile. 

Vereinfacht ausgedrückt hat Dirk Jordan als Organisator im Auftrag des Deutschen Schachbundes (DSB) bei der Austragung der deutschen Amateurmeisterschaft über Jahre hinweg sogenannte Kickbackzahlungen der gastgebenden Hotelketten erhalten und diese an den von ihm geführten Verein 64 Felder e.V. überweisen lassen. 

"Das kommt nie wieder vor"

Gelder, die der DSB für sich beanspruchte und daraufhin eine Zivilklage gegen Jordan anstrengte, die beiden Verfahren wegen Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung waren die direkte Folge davon, während die Zivilklage ruhte. 

Die ist nun auch vom Tisch. Hinter den Kulissen einigte sich Dirk Jordan mit dem DSB außergerichtlich. Bestandteil des Deals ist, dass Jordan über den Verein 64 Felder 69.150 Euro an den Verband zahlt und die Rückzahlungssumme aus Eigenmitteln auf 125.000 aufstockt. Denn die Untreue gegenüber dem DSB umfasst einen viel größeren Zeitraum als die noch justiziable Spanne von 2014 bis 2018. 

„Uns war wichtig, dass wir alle juristischen Dinge ad acta legen können. Das ist das Allerwichtigste“, sagte Dirk Jordan auf Nachfrage der SZ. An einem der zurückliegenden Prozesstage hatte der Dresdner Schach-König betont, dass das Verfahren ihn und seine Frau mental enorm belaste. 

Dieser Ballast fiel nun von ihm ab. "Ich werde dieses Jahr noch 70 Jahre. Ich habe, glaube ich, 50 Jahre lang für das deutsche Schach und das Schach in Dresden versucht, Positives zu bewirken", sagte er in seinem abschließenden Statement vor Gericht. Er atmet ein Mal tief durch und erklärt: "Wenn ich dabei nicht alles richtig gemacht habe, tut mir das leid. Das kommt nie wieder vor."

Nach einem dreiwöchigen Urlaub will sich das Ehepaar Jordan weiter für den Schachsport engagieren. "Wir haben einen tollen Grundschultag vor uns, ein Wolfgang-Uhlmann-Gedenkturnier im August und sind weiter insbesondere im pädagogischen Bereich an über 50 Schulen als Verein tätig. Wir sind weiter zum Wohle des Schachs unterwegs", kündigte Jordan auf Nachfrage von diesachsen.de an.  

Alexander Hiller
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Alexander Hiller

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