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DSC gelingt Transfer-Sensation: Nationalspielerin Straube kehrt aus Italien zurück

DSC gelingt Transfer-Sensation: Nationalspielerin Straube kehrt aus Italien zurück
Sarah Straube, Deutschlands derzeit beste Zuspielern, wechselt aus Italien zurück zum Dresdner SC. Foto: Alexander Hiller
Von: Alexander Hiller
Die 24-jährige Zuspielerin wechselte vor einem Jahr in die beste Liga der Welt nach einem tränenreichen Abschied aus Dresden. Für ihr Comeback in Dresden schlug die gebürtige Suhlern deutlich lukrativere Angebote aus.

Dem Dresdner SC ist ein deutschlandweit beachteter Transfer-Coup gelungen. Der deutsche Vizemeister im Volleyball präsentierte am Dienstag den ersten Neuzugang für die kommende Saison. Und es ist eine alte Bekannte. Nationalspielerin Sarah Straube kehrt aus der italienischen Liga, der vermeintlich stärksten der Welt, an die Elbe zurück. "Ja, da bin ich wieder", erklärte sie flapsig, aber freudestrahlend bei der entsprechenden Pressekonferenz. Zu der wurde sie mit einem eigens kreierten Trikot empfangen: Welcome back, Sarah. Einmal Dresden, immer Dresden" steht darauf - garniert mit einem großen Foto von Straube im DSC-Trikot.

In dem Dress mit der Nummer 18 läuft sie nun für vorerst in Jahr wieder auf. 2025 hatte sich die jetzt 24-Jährige nach insgesamt zehn Jahren in Dresden unter Tränen nach Italien verabschiedet. Mit dem Team Omag-MT San Giovanni in Marignano feierte sie den Klassenerhalt.

Dass eine deutsche Nationalspielerin aus der Serie A direkt in die Volleyball-Bundesliga zurückkehrt, gilt als absolute Ausnahme. Unter anderem auch, weil die Verdienstmöglichkeiten in Italien auf viel höherem Niveau liegen. Direkt nach Corona hatte sich der DSC 2020 schon Jennifer Janiska vom Klubweltmeister Conegliano geangelt.

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Das führt direkt zu der Frage: Warum kehrt die gebürtige Suhlerin Sarah Straube eigentlich nach Dresden zurück? "Ich habe in der Saison verfolgt, was Dresden so gemacht hat - und auch Spiele live gesehen. Da hat es mir ganz schön in den Fingern gejuckt. Ich habe einfach auch die Atmosphäre in der Margon-Arena vermisst oder allgemein der deutschen Liga. Ich hatte irgendwie Lust, dass noch mal ein Jahr zu machen, da sind wir Gott sei dank auch auf einen Nenner gekommen", sagt sie.

Und sie gibt Einblicke in den Ablauf ihres neuerlichen Engagements beim Dresdner SC. "Wir haben lange gesprochen, ob es da noch etwas gibt, was ich von Alex lernen kann. Und ich glaube, da ist noch Einiges. Mich hat zudem der Aspekt gereizt, wieder international zu spielen. Dresden spielt immer um die Titel mit. Das ist als Sportler das, worauf man hinarbeitet. Ein Zusatzpunkt ist, dass hier das Umfeld sehr familiär ist", sagt sie.

Gänsehaut in der Margon-Arena

Das ist eine Art Liebeserklärung an Dresden und seinen besten Frauen-Volleyballverein. Für Straube hat das Gesamtpaket die größte Anziehungskraft, nicht der schnöde Mammon. "Ja, ich hatte auch Angebote aus Italien", bestätigt die derzeit beste deutsche Zuspielerin. Da gibt es ein großes Aber: Sie stand vor der Frage - "noch ein Jahr Italien - und das fühlt sich nicht zu 100 Prozent gut an? Dann muss ich es nicht erzwingen", erklärt Straube.

Ihr alter und neuer Trainer wird da noch deutlicher: "Wenn es Sarah ums Geld gegangen wäre, wäre sie jetzt nicht bei uns, sie hatte deutlich bessere Angebote in Italien. Es ist Teil der Wahrheit, dass für Sarah der wirtschaftliche Teil nicht vordergründig ist", bestätigt Alexander Waibl.

Für das Comeback der Regisseurin hat sich der sechsfache deutsche Meister finanziell aber bis an die Schmerzgrenze gewagt. "Wir haben schon das gemacht, was wir können. Aber das ist weit entfernt von dem, was südlich der Alpen möglich gemacht wird", verdeutlicht der 58-Jährige.


Die Botschaft auf dem T-Shirt ist klar: Aber Sarah Straube wird wohl nicht immer in Dresden spielen, zunächst für ein weiteres Jahr. Foto: Alexander Hiller

Auch Sarah Straube macht noch einmal deutlich, was ihr für ihr Profidasein im Volleyball derzeit am wichtigsten ist. "Wenn ich hier in die Margon-Arena Halle gehe und habe Gänsehaut, dann ist das schon ein Zeichen. Das hatte ich dort jetzt nicht so, weil die Verbindung nicht die selbe ist. Das macht etwas mit einem."

Ihre Beziehung zum Dresdner Freizeitfußballer Ben Müller vom FSV Lok Dresden habe ausdrücklich nicht die Hauptrolle bei ihrer Rückkehr gespielt. Das Paar führte in der vergangenen Saison eine Fernbeziehung. "Jeder der sagt, ich führe lieber eine Fernbeziehung als eine Beziehung, in der ich meinen Partner täglich sehe, den würde ich hinterfragen. Aber jeder, der mit einem Leistungssportler zusammenlebt, muss wissen, dass es auch mal passieren kann, dass man sich ein halbes Jahr nur am Telefon hat. Darauf waren wir beide eingestellt", erklärt die 24-Jährige offen.

Ein Signal für die Stärke der Bundesliga

Dennoch schätzt sie ihre Saison bei dem Klub, der gegen den Abstieg spielte, als unschätzbare Erfahrung ein. "Mein Jahr in Italien war extrem cool, ich habe genau das bekommen, was ich wollte. Neue Erfahrungen, neues Umfeld, auch mal einen anderen Trainer, der vielleicht eine andere Perspektive hat", erklärt die gebürtige Suhlerin, für die der Double-Sieger aus Thüringen keine Option gewesen ist. "Es gab zum einem kein Angebot. Und Dresden ist meine erste Adresse in der Bundesliga", stellt sie klar. Zumal sich ihr alter und neuer Verein wieder für die Champions League qualifiziert hat.

"Natürlich freue ich mich sehr. Ich habe letztes Jahr Sarahs Weg in Italien verfolgt, sie hat eine tolle Saison in Italien gespielt. Ich bin superfroh, dass sie sich dazu entschieden hat, bei uns und in der Bundesliga zu spielen. Wir haben bewiesen, dass wir vielleicht die drittstärkste Liga in Europa sind - nach Italien und der Türkei. Dass sich solche Spielerinnen auch für die Bundesliga entscheiden, ist ein deutliches Signal für eine wieder aufkeimende Stärke der Bundesliga", sagt Waibl. Keine Frage, dass sein Verein mit Rückkehrerin Straube das stärkste Team der Bundesliga werden will.

Alexander Hiller
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Alexander Hiller

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