Ein schmerzvoller, süßer Augenblick. Nach kraftraubenden 200 Meter Freistil schlägt Maya Tobehn am Samstag im Pariser Becken der Schwimm-Europameisterschaft an. Ihr Kopf taucht aus dem Wasser, dreht sich kurz zur Anzeigetafel. Der Blick wandert zurück - die drei Teamkollegen Lukas Märtens, Jarno Baschnitt, Linda Roth jubeln euphorisch, beugen sich zur Schluss-Schwimmerin vom Dresdner SC runter, streichen vorsichtig über die Badekappe oder nehmen die müden Hände von Tobehn.
Der gebürtigen Berlinerin ist in der Mixed-Staffel über 4x200-Meter Freistil ihr Meisterstück bei der Schwimm-EM in Paris gelungen. Die 24-Jährige vom Dresdner SC übernahm das deutsche Quartett als Dritte und führte es auf Rang zwei hinter Europameister Großbritannien. Das Besondere dabei: Tobehn ist mit 1:55,65 Minuten die zweitschnellste Frau überhaupt unter den 16 Schwimmerinnen im Feld der acht Mixed-Staffeln im Finalfeld.
Zum Vergleich: Den deutschen Rekord über 200 Meter Freistil hält seit 2007 Annika Lurz mit 1:55,68 Minuten. Im EM-Einzel hätte Tobehn mit dieser Staffel-Zeit Bronze geholt. "Durch den fliegenden Wechsel, im Vergleich zur Reaktionszeit beim Startsignal und durch die völlig andere Ausgangssituation muss man da ein paar Zehntel draufrechnen. Wir starten in der Staffel im Stehen, man hat mehr Schwung aus den Armen und dadurch eine höhere Anfangsgeschwindigkeit", erklärt sie.
