Der frühere Weltklasse-Torwart Jürgen Croy hat die Abschaffung der Abseitsregel angeregt. «Erst einmal ist es kaum für den Zuschauer nachvollziehbar, wenn 15 Sekunden nach der Aktion die Fahne hochgeht und der Pfiff ertönt. Und ehrlich gesagt: Ich kann diese Einstellung im TV mit den kalibrierten Linien, in denen man erkennen kann, ob ein Spieler mit dem Fußnagel im Abseits steht, nicht mehr sehen», schrieb Croy in seiner neuesten Kolumne für die «Freie Presse» (Mittwoch).
Ohne die Abseitsregel werde der Fußball wieder verständlicher und attraktiver, meint der 74-Jährige, der 94 Länderspiele für die DDR sowie 372 Oberliga-Partien für Sachsenring Zwickau bestritt. «Es hätte auch den Vorteil: Das Spiel wäre nicht mehr auf so oft 20, 30 Meter zusammengedrängt, es würde nicht mehr die endlosen Quer- oder Rückpässe zum Torhüter geben. Die Zeitverzögerung durch den Videobeweis nimmt zudem die Emotionen aus dem Spiel. Es sollte alles wieder einfacher werden», schrieb der DDR-Rekordtorhüter, der 1976 Olympiasieger wurde.