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Spitzensport trifft Vereinsalltag: Sachsen bekommt neues Sportgipfel-Format

Spitzensport trifft Vereinsalltag: Sachsen bekommt neues Sportgipfel-Format
Ehrung der von Sachsenlotto und TeamSportSachsen unterstützten Olympioniken (v.l.n.r.): Robert Dorn (Vorstand TeamSportSachsen), Ministerpräsident Michael Kretschmer, Ulrich Wolter (Vorstand TeamSportSachsen), Steffen Herhold (Vorstand TeamSportSachsen), Susanne Kreher, Felix Straub, Karsten Günther (Vorstandsvorsitzender TeamSportSachsen), Dirk Rohrbach (Vorstand TeamSportSachsen), Frank Schwarz (Geschäftsführer Sächsische Lotto-GmbH). Foto: TSS/Klaus Trotter
Von: Cornelius de Haas
In Leipzig haben sich Spitzensportler, Unternehmer und Politiker getroffen, um über eine Frage zu reden: Was kann der normale Vereinssport vom Profibetrieb lernen? Eine Premiere – mit dem Anspruch, mehr zu werden.

Ein Olympiasieger im Bob, ein Handball-Geschäftsführer, ein RB-Leipzig-Profi und ein Schiedsrichter, der weiß, wie man unter Druck sachlich bleibt – die Mischung beim ersten TeamSportSachsen-Summit am Mittwoch in Leipzig war ungewöhnlich. Rund 100 Teilnehmer aus Sport, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik kamen im „Felix im Staycity" am Augustusplatz zusammen. Das Ziel: Erfahrungen aus dem Spitzensport in die Breite tragen – zu den Vereinen, die den Alltag des sächsischen Sports ausmachen.

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Was ist TeamSportSachsen überhaupt?

Der Verein TeamSportSachsen e.V. wurde gegründet, um genau diese Brücke zu bauen: zwischen professionellen Strukturen im Leistungssport und den oft ehrenamtlich geführten Clubs im Land. Mitglieder sind unter anderem Vereine wie der Dresdner SC, die Eispiraten Crimmitschau oder die Lausitzer Füchse – also Clubs, die selbst in der Grauzone zwischen Profibetrieb und Vereinskultur arbeiten. Der Summit sollte diesem Netzwerkgedanken ein öffentlicheres Gesicht geben.

Von der Podiumsdiskussion in den Workshop

Herzstück der Veranstaltung war eine Podiumsdiskussion unter dem Motto „Von den Besten lernen – Sport als Spiegel der Gesellschaft". Marc-Henrik Schmedt, Geschäftsführer des SC Magdeburg, sprach ebenso mit wie Dominik Kaiser von RB Leipzig und Bobfahrer Thorsten Margis, der fünfmal olympisches Gold gewonnen hat.

Anschließend wurde es praktischer: In Workshops ging es um Markenaufbau am Beispiel des Triathlonklassikers DATEV Challenge Roth, um den Umgang mit Drucksituationen – beleuchtet von Fußball-Schiedsrichter Richard Hempel – und um die Chancen einer deutschen Olympiabewerbung, erläutert von Skeleton-Silbermedaillengewinnerin Susanne Kreher vom Dresdner SC 1898.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer lobte das Format: Der Sport präge die Identität des Freistaates, schaffe Zusammenhalt und verbinde Generationen. „Deshalb wollen wir Spitzensport, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft noch enger miteinander vernetzen."

Premiere mit Fortsetzungsversprechen

Konkrete Beschlüsse oder Vereinbarungen wurden nicht öffentlich gemacht – der Summit verstand sich ausdrücklich als Austauschplattform, nicht als Entscheidungsgremium. Vereinschef Karsten Günther zog dennoch ein positives Fazit: „Der Zuspruch und die intensiven Diskussionen haben deutlich gemacht, wie wichtig dieser Wissenstransfer ist." Der Summit soll künftig regelmäßig stattfinden – wann und wo, ist noch offen.

Ob das Format tatsächlich mehr wird als ein gut vernetztes Branchentreffen, wird sich zeigen. Der Anspruch jedenfalls ist formuliert: Spitzensport nicht nur bestaunen, sondern von ihm lernen – für die vielen Vereine, die Sachsens Sportlandschaft im Alltag tragen.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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