Nürnberg. Sekundenbruchteile, ein ohrenbetäubender Einschlag, dann Stille auf den Tribünen: Was sich am Samstagnachmittag beim ersten Rennen des DTM-Wochenendes auf dem Norisring abspielte, ließ selbst gestandene Motorsport-Profis den Atem anhalten. Der führende Dresdner Maximilian Paul raste in der berüchtigten Grundig-Kehre nahezu ungebremst in den BMW von Kelvin van der Linde - ein Bild, das an das dramatische Duell von Gary Paffett und Mike Rockenfeller an gleicher Stelle im Jahr 2017 erinnerte. Das Rennen wurde sofort mit roter Flagge abgebrochen, beide Piloten kamen ins Krankenhaus.
Update, 5. Juli: Inzwischen steht fest, wie schwer es Maximilian Paul erwischt hat. Der zunächst nur vermutete Unterschenkelbruch hat sich bestätigt – der Dresdner wurde in der Nacht auf Sonntag operiert. Teamchef Gottfried Grasser sprach am Sonntagmorgen von einer Verletzung im unteren Fußbereich, die verschraubt werden musste, und nannte den Verlauf den Umständen entsprechend gut, wie Motorsport-Total.com berichtet. Bitter: Laut Grasser wird die Heilung längere Zeit dauern, ein weiterer Start noch in dieser Saison sei sehr unwahrscheinlich. Kelvin van der Linde kam mit Prellungen davon, ein MRT ergab keine schweren Verletzungen. Beide Piloten ließen das Sonntagsrennen aus - dieses gewann erneut Nicki Thiim, der mit dem Norisring-Doppelsieg auch die DTM-Tabellenführung übernahm.